Jungen im Kinderbuch

Tim aus dem Kinderbuch Leuchtturm der Abenteuer

In meiner Kinderbuch-Reihe können die Jungen mit Schwertern kämpfen, Freunde in Not retten und Helden sein – wie in klassischen Abenteuergeschichten.

Die Jungen vom Leuchtturm der Abenteuer

Michael aus dem Kinderbuch Leuchtturm der AbenteuerDer 8-jährige Michael nimmt im ersten Band als Identifikationsfigur den Leser auf seine abenteuerliche »Reise nach Himmelblau« mit. Michael ist vorsichtig und sein Lieblingswort ist ein ängstliches »Oje«. Trotz seiner Sorgen scheut er nicht davor zurück, einem Freund in Not zu helfen.
Timaus dem Kinderbuch Leuchtturm der AbenteuerSein bester Freund Tim (9) handelt erst und denkt später. Sein Lieblingswort ist „Au weia“, wenn er mal wieder Unfug gemacht hat. Ohne ihn würde Michael zu sehr grübeln und wichtige Dinge verpassen. Michael hingegen ist für ihn die Stimme der Vernunft, die beiden ergänzen sich also prächtig.
Purzel aus dem Kinderbuch Leuchtturm der AbenteuerDer Elfenjunge Purzel ähnelt Michael stärker, denn auch er schmiedet lieber erst einen Plan, bevor er handelt. Er ist ein wenig verträumt und verliert öfter mal etwas. Obwohl auf Himmelblau ein magischer Kristall Wunder vollbringen kann und er selbst mal Zauberer werden will, denkt er sehr logisch.
Jan aus dem Kinderbuch Leuchtturm der AbenteuerDer 9-jährige Jan tritt zu Beginn als »böser Mitschüler« in Erscheinung. In »Gefahr in Immergrün« freunden sich Michael und Tim mit ihm an. Jans Eltern sind verschwunden, als er 3 Jahre alt war. Er vermutet, dass sie Geheimagenten sind und schnell weg mussten, weil sie ihre Kinder damit schützen wollten.

Identifikation mit den Helden

Die Helden meiner Kinderbücher sind „normale“ Kinder aus unserer Welt, mit denen sich die Leser gut identifizieren können. Die Jungen in den Büchern interessieren sich für die Dinge, für die sich viele Jungs in dem Alter interessieren, z.B. Star Wars oder Harry Potter. Die Andeutungen sind oft etwas versteckt und nur für Fans erkennbar. Auszug aus „Der Stein der Riesen“:

Michael grübelt. »Okay, aber wollen wir da wirklich reingehen?« Er zeigt auf den Wald, der so dicht und dunkel ist, dass man nur die erste Baumreihe erkennen kann. »Ich hab da ein ganz mieses Gefühl.«

Etwas offensichtlicher ist es in einer Szene, in der Michael das erste Mal zaubert.

»Moment, ich probiere es nochmal«, sagt Michael und hält seinen Zeigefinger erneut in die Luft. »Wingardium leviosa!«
»Bist du jetzt Harry Potter?«, fragt Tim. »Willst du etwa, dass der Baum davonfliegt?«
»Nein«, antwortet Michael.
»Außerdem musst du wutschen und wedeln«, sagt Tim. »Nur dann klappt es.«
»Wutschen und … ja!«, ruft Michael. »Ich muss wedeln!«
»Häh?«
Michael hält seine Handfläche in die Luft und bewegt sie langsam zur Seite. »Baum«, sagt Michael mit dunkler Stimme, »das ist nicht der Mensch, den du fressen wolltest.«
»Alter«, schimpft Tim, »machst du jetzt auf Obi-Wan?«

Auch das Fantasy-Meisterwerk „Herr der Ringe“ bleibt nicht verschont. Auszug aus „Kampf um Himmelblau“:

»Ja«, sagt Tim, »so stelle ich mir einen Elfenjungen vor.«
»Wieso?«, fragt Purzel. »Das klingt so, als würde ich nicht wie ein Elfenjunge aussehen.«
»Du hast eben keine langen blonden Haare«, sagt Tim.
»Na und?«, schimpft Purzel. »Seit wann muss ein Elf denn lange blonde Haare haben?«
»Mit Pfeil und Bogen würde Billy noch besser aussehen«, sagt Tim.
»Wieso sollte ein Elfenjunge lange blonde Haare und einen Bogen haben?«, fragt Purzel.
»Weil er dann richtig gut aussieht«, murmelt Lena und lächelt.

Kampf gegen Monster

Ein böser Drache im Kinderbuch begeistert JungenMeine Helden müssen gegen Monster antreten, die sich in jedem Jungen-Kinderzimmer finden lassen: Dinosaurier, Piraten, Zauberer, Roboter, Zombies und natürlich böse Drachen.

Jedoch sind meine »Fieslinge« nicht einfach »nur so« böse. Sie verfolgen finstere Ziele, die man logisch nachvollziehen kann. Glaubwürdige Charaktere sind für Leser jeden Geschlechts und Alters wichtig.

Spannende Handlungsorte

In den Abenteuern gibt es Handlungsorte, die ein Jungenherz höher schlagen lassen. Mit Piratenschiffen, Raketen und Riesen-Schmetterlingen reisen die Kinder an magische Orte, z.B. in verzauberte Wälder, uralte Burgen, Drachenhöhlen, Pyramiden und zum Nordpol. Zudem gibt es eine dunkle Planetenseite mit einem Vulkan, einer Pyramide und einem magischen See, in dem Monster leben. Die Abenteuer dort sind keine Ferien auf dem Reiterhof.

Lustige Situationen

Jungen haben einen speziellen Humor, den ich in meinen Büchern anspreche. Nehmen wir als Beispiel eine Szene aus »Gefahr in Immergrün«.

Der Pirat Obertatze ist den Kindern auf die Erde gefolgt. Jetzt sehen ihn Michael und Tim im Sandkasten sitzen – zusammen mit Tims kleiner Schwester Lisa. Sie hat ihrem neuen Teddy ein rosafarbenes Kleid angezogen, ohne zu ahnen, dass dieser knuffige Bär ein lebendiger Pirat ist!

»Mama sollte ihn mal waschen. Der stinkt«, sagt Tim, hält sich die Nase zu und würgt.
»Am besten in der Kochwäsche«, lacht Michael.

Wenn etwas »stinkt« ist das speziell für Jungen sehr witzig. Zudem geht der Witz auf Kosten des Piraten. Die etwas brutale Idee mit der Kochwäsche ist auch typischer Jungs-Humor.

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Coole Kinderbücher für Jungs Coole Kinderbücher für Jungs - Wie finde ich coole Kinderbücher für Jungen? Über Spannung, Glaubwürdigkeit der Charaktere, Identifikation mit den Helden und das richtige Lesealter in Kinder- und Jugendbüchern.

Coole Kinderbücher für Jungs

Coole Kinderbücher für Jungs

Über Spannung, Glaubwürdigkeit, Identifikation und Lesealter

Kinderbücher vermitteln wichtige Werte, machen Mut, sind lehrreich, motivieren zum Lesen oder beschleunigen das Einschlafen. Das wären schon genug Gründe, sich ein gutes Kinderbuch zu besorgen, aber als mein Sohn mit 4 Jahren immer wieder neue Gutenachtgeschichten erzählt bekommen wollte, war das der entscheidende Auslöser für mich und ich ging mit ihm auf die Suche nach interessanten Büchern.

Doch die zahlreich für diese Altersgruppe vorhandenen Geschichten über ängstliche Häschen und andere freundliche Waldbewohner wollte er nicht mehr hören. Versuche, solche Geschichten dennoch vorzulesen, scheiterten. Mein Sohn wollte spannende und lustige Abenteuergeschichten hören. Schon Kleinkinder entwickeln Vorlieben und lassen sich nicht alles Beliebige unterjubeln. Je älter die Kinder werden, desto schwerer wird es, sie zu einem Buch zu überreden.

Die Suche nach coolen Büchern für Jungen ging weiter. Doch irgendwie musste ich die unglaubliche Vielzahl an Titeln filtern und ich überlegte mir Eigenschaften, die ein gutes Kinderbuch für einen Jungen meiner Meinung nach erfüllen sollte.

Spannung und Glaubwürdigkeit im Kinderbuch

Spannung entsteht durch offene Fragen am Ende einer Szene. Das gilt allgemein für jede belletristische Literatur und damit auch für Kinderbücher. Gibt es keine offene Frage, kann man auch aufhören zu lesen. Solche Bücher sind das Gegenteil von spannend, sie sind langweilig.

Auch eine unglaubwürdige Handlung kann bei kleinen Zuhörern Frust auslösen. Wieso verträgt sich Pupsihoppelhas mit Knautschiflauschbär wieder, nachdem er ihm immer wieder seine Trinkflasche heimlich leer getrunken hat? Pupsihoppelhas hat doch allen Grund, sauer zu sein und sich ein wenig zu revanchieren!

In einem guten Kinderbuch muss es dem Autor gelingen, eine für die Zielgruppe spannende Handlung aufzubauen, zu halten und am Ende aufzulösen. Dafür muss sich der Autor in den Protagonisten hineinversetzen und mit ihm fühlen, nur dann kann sich der Leser ebenfalls mit ihm identifizieren. Dann werden die Sorgen und Ängste des Protagonisten zu den eigenen und die offenen Fragen des Helden werden auch für den Leser bedeutsam.

Identifizierung mit dem Helden

Für Spannung und Glaubwürdigkeit ist die Identifikation mit dem Helden unverzichtbar. Wer interessiert sich schon für die Handlung, wenn ihm die Charaktere egal sind?

Als Leser fällt es leichter, sich in Helden hineinzuversetzen, die einem ähneln. Den Autoren geht es beim Schreiben ähnlich, daher schreiben männliche Autoren meist aus der Sicht eines Mannes und weibliche aus Sicht einer Frau.

Dieser Logik folgend müsste das perfekte Kinderbuch von einem Kind geschrieben werden. Da Kinderbücher aber in der Realität meist von Erwachsenen geschrieben werden, könnte die Identifikation mit dem Helden für Leser und Autor wenigstens durch das Geschlecht erleichtert werden. Ein männlicher Autor schreibt dann aus Sicht eines Jungen und eine Autorin aus Sicht eines Mädchens.

Ein Gegenbeispiel

Dass es auch andersrum geht, hat Joanne K. Rowling in ihrem Kinderbuch-Bestseller Harry Potter bewiesen – und das mit großer Glaubwürdigkeit. Ich kenne keinen Jungen, der sich nicht mit Harry identifizieren kann, nur weil er ihm nicht abkauft, ein Junge zu sein. Es ist eine wahre Kunst, sich gedanklich in das andere Geschlecht zu versetzen. Ich kann mich als Autor sehr gut in den kleinen Jungen, der ich mal war, zurückversetzen, aber ich kann mich nur schwer in ein Mädchen hineindenken, insbesondere, wenn es eine „Prinzessin“ sein soll. Die Mädchen, die in meinen Büchern vorkommen, sind nicht ohne Grund cooler und frecher als Mädchen, die nur von ihrem Traumprinzen auf dem Ponyhof träumen. In meinem aktuellen Jugendbuch habe ich aus diesen Gründen einen männlichen Ich-Erzähler gewählt.

Das Lesealter

Das Alter des Kindes spielt eine große Rolle bei der Buchauswahl. Verlage ordnen ihre Bücher nach Lesefähigkeit, Wortschatz und Komplexität der Handlung dem Lesealter zu.

Auch der Stil, z.B. bezüglich der Anzahl der Szenenwechsel und Handlungsstränge, der Länge der Sätze und verwendeten Worte, ist wichtig für die Zuordnung. Für Ironie haben die Kinder erst ab ca. 9 Jahren ein Verständnis.

Kinderbücher von 0 – 6 Jahren

Diese Kinder benötigen sehr fröhliche Texte mit einfacher Handlung und vielen Bildern. Hier stehen Alltagssituationen im Mittelpunkt, die die Kinder bewegen, z.B. der erste Zahnarztbesuch. Ziel ist es, den Kindern das Gefühl zu vermitteln, dass sie mit ihren Ängsten nicht alleine sind und dass sie die Herausforderungen meistern können.

Kinderbücher von 6- 8 Jahren

Bei Leseanfängern sind kurze Hauptsätze mit einfachen Worten wichtig, jedoch müssen wir zwischen Schulbüchern und Kinderbüchern unterschieden. Schulbücher helfen im Unterricht beim „Lesen lernen“, sie sind Pflichtlektüre und bewusst nicht sehr spannend. Die Handlung soll nicht ablenken.

Coole Kinderbücher für Jungs: Kinderbuch-Reihe "Leuchtturm der Abenteuer"Kinderbücher hingegen können durch eine spannende Handlung zum „freiwilligen Lesen“ motivieren. Das ist eines der wichtigsten Ziele, die ich mit meiner Kinderbuch-Reihe „Leuchtturm der Abenteuer“ erreichen will. Bilder sind für diese Altersgruppe auch noch wichtig.

Unter 8 Jahren ist die detaillierte Darstellung von Gewalt tabu. Tragische Ereignisse sollten schon geschehen sein und nicht in der laufenden Handlung passieren.

Kinderbücher von 9-11 Jahren

In Büchern für fortgeschrittene Leser kann der Textanteil dominieren, Bilder werden weniger wichtig (aber nicht völlig). Im Mittelpunkt des Lese-Erlebnisses steht die eigene Phantasie. Es sind mehrere Handlungsstränge erlaubt und der verwendete Wortschatz wird größer. Ironie und „schwarzer Humor“ wird von den Lesern jetzt verstanden.

Tragische Ereignisse können jetzt auch in der laufenden Handlung geschehen. Beispiel: Der Leser lernt den sympathischen Vater von Timm Thaler noch kennen. Als er durch einen vermeintlichen Unfall stirbt, verliert der Leser ihn quasi mit. Der Verlag empfiehlt das Buch ab 10 Jahren.

Ein Film, der sich nicht an diese Regel hält, ist Star Wars Episode 4. Der Zuschauer lernt Onkel und Tante von Luke Skywalker noch kennen. Am Ende liegen ihre verkohlten Skelette am Boden und Luke muss sie begraben. Der Film ist ab 6 Jahren und diese Szene ist für jüngere Zuschauer nur schwer verdaulich. Glücklicherweise ist Luke schon ein junger Erwachsener und die Handlung spielt in einer anderen Galaxis, das hilft bei der Abgrenzung.

Für Kinder unter 11 Jahren ist ein Happy End am Ende Pflicht, ein offenes Ende ist Tabu.

Kinderbücher für 11-jährige und ältere Jugendliche

Pubertierende Leser empfinden das Handlungsmotiv, dass ein Junge ein Mädchen erobern will (oder umgekehrt), als spannend. Das „Love Interest“ hält Einzug in die literarische Welt eines Teenagers und so wandelt sich das Kinderbuch zum Jugendbuch.

Kinderbücher unterscheiden sich nicht nur beim Thema „Erste Liebe“ vom Jugendbuch, auch die Gewalt spielt eine stärkere Rolle. Bei vielen Jugendbüchern steht der Überlebenskampf in einer feindlichen Umwelt im Mittelpunkt, dabei wird Gewalt sehr detailliert gezeigt. In Jugendbüchern sterben wichtige Bezugspersonen und Mentoren (Eltern, ältere Geschwister, beste Freunde, Lehrer) von Kapitel zu Kapitel (z.B. in „Die Bestimmung“ oder „Die 100“, beide ab 14 Jahren). Eine derart chaotische Welt wäre für jüngere Leser beängstigend.

Schwierige Themen im Jugendbuch

Coole Kinderbücher für Jungs: Jugendbuch "Die Jagd nach dem geheimnisvollen Rollsiegel"In Jugendbüchern werden auch schwierige Themen behandelt, die in Kinderbüchern nur selten thematisiert werden, z.B. Mobbing. Bei meinem aktuellen Jugendbuch „Die Jagd nach dem geheimnisvollen Rollsiegel“ mit einem 13-jährigen Helden fiel mir die Festlegung der Leser-Zielgruppe schwer.

Es gibt die ungeschriebene Regel, dass Leser von Kinder- und Jugendbüchern meist 2 Jahre jünger als die Helden der Bücher sind (siehe unten das Beispiel Harry Potter). Nach dieser Regel wäre das richtige Lesealter für mein Jugendbuch ab 11 Jahren. Da ich in dem Buch auch schwierige Themen wie Mobbing und Fanatismus behandle und ähnliche Bücher ab 12 Jahren empfohlen werden, habe ich auch für mein Buch das Lesealter offiziell auf ab 12 Jahren festgelegt.

Jedoch haben sich Testleser von 9 bis 14 Jahren positiv über das Buch geäußert. Daher denke ich, dass es auch von jüngeren Lesern gelesen werden kann, allerdings werden 10-Jährige einige Dinge darin nicht verstehen. Interessanterweise haben meine jüngeren Testleser keine Verständnisprobleme beklagt. Sie haben die in meinen Augen problematischen Stellen einfach „überlesen“ und die Haupt-Handlung blieb für sie verständlich.

Das Lesealter am Beispiel Harry Potter

Die Harry-Potter-Bücher halten sich sehr gut an die Regel, dass die Leser meist 2 Jahre jünger als die Helden sind. Der erste Band, in dem Harry 11 Jahre alt wird, ist sehr gut für 9-Jährige geeignet. Harrys Alter entspricht übrigens immer der Formel Bandnummer + 10.

In Band 4 (Harry ist 14) gibt es am Ende einen Todesfall, zudem spielt das Thema Eifersucht eine Rolle. Mit diesen Themen können 12-jährige Leser gut umgehen, die Bücher wandeln sich langsam zu Jugendbüchern.

In Band 5 ist Harry 15 Jahre alt, zudem ist das Buch mit über 1000 Seiten sehr umfangreich. Vom Stil ist es auch ein Thriller, damit ist das Buch definitiv kein Kinderbuch mehr. Speziell Harrys Probleme mit psychischen Übergriffen durch Voldemort und den Dingen, die er mit ansehen muss (z.B. den Tod seines Patenonkels), eignen sich nicht für 11-jährige oder jüngere Leser.

Die Verlagsempfehlungen passen nicht immer

Der Verlag empfiehlt Band 5 für Leser ab 10 Jahren, was meiner Meinung nach falsch ist. Am Ende sollten immer die Eltern entscheiden, ob ein Buch für ihr Kind geeignet ist, denn das ist sehr individuell und von persönlichen Vorlieben des Kindes abhängig. Ich empfehle den Eltern, gemeinsam mit ihrem Kind in das Buch zu schauen und die Leseprobe zu lesen.

Als die Harry-Potter-Bücher (vor genau 20 Jahren) veröffentlicht wurden, konnte eine Generation mit ihnen aufwachsen. So konnten sich die Leser mit ihren Helden zusammen weiterentwickeln. Heute kann man alle „Kinderbücher“ auf einmal konsumieren und das sollte man sich als Eltern gut überlegen.

Mein 9-jähriger Sohn hat schon mit Band 2 große Probleme, weil Harry darin unheimliche Stimmen hört und weil alle anderen im Buch das auch seltsam finden. Er hat das Buch von sich aus wieder weggelegt und wenn ein Kind so etwas tut, sollte man das respektieren, auch wenn man selbst absoluter Fan ist und seine Freude an den Büchern mit seinem Kind teilen will.

Die Wünsche meines Sohnes

Mein Sohn hat sich mit ca. 4-8 Jahren actionreiche, spannende und lustige Abenteuergeschichten gewünscht. Viele dieser Abenteuer habe ich mir für ihn ausgedacht, doch einige Wenige fanden wir auch im Buchladen.

Dabei fiel mir auf, dass es fast immer Bücher zu Filmen oder TV-Serien waren. Ob LEGO Star Wars oder Ninjago – die coolen Abenteuergeschichten entdeckte mein Sohn zuerst im Fernsehen. Die Bücher waren dann meist Nachschlagewerke mit Hintergrundinformationen zu den Minifiguren.

Die zweite Auffälligkeit war, dass er Geschichten mit Superhelden spannend fand. Ein Held mit besonderen Fähigkeiten stellt sich mutig einem übermächtigen Bösewicht entgegen und rettet die Welt.

Die Auswahl an Büchern, die ihn interessierten, war jedoch sehr bescheiden und nicht ohne Grund habe ich mir für ihn meine Kinderbuch-Reihe „Leuchtturm der Abenteuer“ ausgedacht.

Ideale coole Kinderbücher

Für sein heutiges Alter (mein Sohn ist aktuell fast 10) gibt es glücklicherweise mehr Auswahl an spannenden Büchern für Jungen. Aus dem großen Angebot wählt mein Sohn nach konkreten Vorgaben.

So ist sein ideales Buch ein Comic-Roman. Die Bilder dürfen aber nicht zu „perfekt“ sein, also nicht, wie in einem echten Comic. Es sollen Skizzen sein, die wie selbst gezeichnet aussehen.

Die Ich-Perspektive aus Sicht eines Jungen ist die erste Wahl und die Sicht des Helden darf nicht überschritten werden (also kein auktorialer, allwissender Erzähler)! Die Charaktere sollen „normale“ Typen sein und gerne mal einen Fettnapf mitnehmen.

Als Handlung interessieren ihn Themen aus Schule und Familie, gerne mit mehreren Handlungssträngen. „Die drei ???“ sind ihm zu eingleisig und daher langweilig. Ich interpretiere das so, dass er klassische Krimis weniger mag, sondern lieber Thriller, wo der Held von einem Abenteuer zum nächsten jagt.

Kürzlich konnte ich ihm einen Klassiker näherbringen, in dem die Heldin ein Problem nach dem anderen lösen muss: den Zauberer von Oz. Diese Abenteuergeschichte fand er ganz toll. Er fand, dass Dorothy eine mutige Heldin war, die viele interessante Orte auf ihrer langen Reise besuchte.

Beispiele für coole Kinderbücher für Jungen

Aktuell ist mein Sohn ein begeisterter Leser dieser Buchreihen, die allesamt seine Kriterien erfüllen:

Coole Kinderbücher für Jungs: Eine Auswahl Kinderbücher, die mein Sohn cool findet

Das sind ein paar Beispiele für Kinderbücher, die mein Sohn cool findet. Das lässt sich natürlich nicht auf jeden Jungen übertragen, denn jedes Kind ist ein Individuum mit eigenen Vorlieben. Es gibt zwar Muster, die für die meisten Jungen gelten, doch letzten Endes entscheidet immer der Leser, ob ihm ein Buch gefällt.

Fragen Sie ihr Kind, was es in Geschichten spannend findet und was nicht. Stöbern Sie mit ihm in der Kinderbibliothek oder einem gut sortierten Buchladen. Und wenn es sich für ein in Ihren Augen langweiliges LEXIKON entscheidet, dann akzeptieren Sie seine Meinung und freuen Sie sich, dass es überhaupt ein Ding mit zusammengeklebten Papierblättern interessant findet.

Ich habe das große Glück, dass mein Sohn die Abenteuer, die ich mir für ihn ausdenke und die ich cool finde auch cool findet. Ich konnte ihn schon in jungen Jahren zum Lesen begeistern und auch meine neuen Geschichten liest er gerne.

Auf meine neuen Bücher hat er großen Einfluss und gemeinsam feilen wir an der Handlung. Er ist für mich die wichtigste Inspirationsquelle und der strengste Kritiker. Mittlerweile erzählt er mir auch von seinen eigenen Abenteuern. Es sind spannende Geschichten aus seinem Alltag und sie sind wahrlich filmreif 🙂

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Kontakt Der Start ins Abenteuer Lesen - Die Leuchtturm der Abenteuer-Kinderbücher für Leseanfänger ermöglichen es, schrittweise längere Bücher zu lesen. Die Kinder können ihr Leseniveau von Buch zu Buch steigern.

Die Macht in meinen Büchern

Darth Vader hat Feierabend

Star Wars-Anspielungen in meiner Kinderbuch-Reihe

Ich bin ein Star Wars-Fan, hauptsächlich wegen der alten Episoden, die ich als Kind gesehen habe und die ein fantasievolles und magisches Abenteuer erzählen, bei dem am Ende das Gute gewinnt. Ich finde auch die Lego Star Wars-Parodien sehr lustig und gelungen. Jetzt hat Disney die Macht bei der Macht übernommen und ich bin wirklich gespannt auf das Ergebnis in Episode 7 (ich werde den Film am Samstag sehen).

Als Fan konnte ich es mir nicht verkneifen, ein paar Hinweise auf Star Wars in meinen Kinderbüchern unterzubringen. Der Start von Episode 7 „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Originaltitel: Star Wars: The Force Awakens) motivierte mich dann auch, diese Anspielungen aufzulisten (ohne Gewähr für Vollständigkeit).

Einige Anspielungen zähle ich nicht auf, z.B. als Michael in „Die Reise nach Himmelblau“ einen Ast für einen Lichtschwertkampf sucht. So etwas zähle ich nicht mit, weil derartige Freizeitvergnügungen von Kindern schon in unsere Kultur übergegangen sind.

Darth Vader hat seinen Umhang für immer abgelegt, doch bald erwacht die Macht erneut!
Darth Vader hat seinen Umhang für immer abgelegt, doch bald erwacht die Macht erneut!

Eine Liste meiner Star Wars-Bezüge:

In „Gefahr in Immergrün“ sitzt der Pirat Obertatze unter einem Baum mit gestohlenen Spielsachen.

Er nimmt ein Heft mit Sammelkarten vom Spielzeughaufen. Auf dem Umschlag kämpfen zwei schwarz gekleidete Männer mit Lichtschwertern. Er blättert in dem Heft und grinst erfreut. „Kapitän Urs wird sich freuen“, brummt er.

Was liest er da nur für ein Sammelheft ? 🙂

Ebenfalls in „Gefahr in Immergrün“ nutze ich ein Element aus dem Star Wars-Universum, um einen Teilchenbeschleuniger zu erklären.

„Stell dir vor, du wirfst den Todesstern von Tim aus dem Fenster“, sagt Michaels Vater. „Was passiert dann?“
„Er fliegt auseinander“, antwortet Michael. „Viel schlimmer ist, was dann mit mir passiert. Den hat er ganz neu!“
„Aber so würdest du sehen, woraus er besteht“, sagt Karl.
„Das weiß ich ja schon“, entgegnet Michael. „Ich habe ja Tim dabei geholfen, ihn aus vielen Einzelteilen zusammenzubauen.“

In „Der Stein der Riesen“ schlendern meine Helden zur Weihnachtszeit durch ein Spielzeuggeschäft und dieses Element taucht erneut auf:

Michael und Eduardo gehen an zahllosen Puppen, Spielküchen und Regalen mit rosafarbenen Kartons vorbei. Eduardo bleibt stehen und starrt ungläubig auf das Preisschild an einem kleinen Palast mit Türmen. „Guck mal, was das Teil kostet“, ruft er.
Michael schaut hin und schüttelt den Kopf. „Da bekommt man ja einen halben Todesstern für.“
„Dann nehme ich lieber den halben Todesstern“, sagt Eduardo.

Todessterne sind für Kinder offenbar eine Währungseinheit. Wenn wir uns gegen Bankenkrisen absichern wollen, sollten wir daher in Todessterne investieren 🙂

Tim ist sein Todesstern sehr wichtig. In einer Szene in „Gefahr in Immergrün“ stirbt er fast an einem magischen Stromschlag und Michael muss ihn retten.

„Ich muss eine Herzmassage machen“, sagt Michael und drückt auf Tims Brust herum. Er hört ein Röcheln und geht mit dem Kopf näher heran und lauscht.
„Er odes ern“, krächzt Tim.
„Was?“, fragt Michael und lauscht weiter.
„Der Todesstern“, röchelt Tim und hustet ausgiebig. Schließlich setzt er sich auf und schaut seinen Freund ernst an. „Ich habe geträumt, dass Lisa meinen Todesstern aus dem Fenster werfen will.“ Dann steht er auf und klopft sich Sand und Blätter von der Kleidung. „Seltsamer Traum.“

Später wird es dann ernst für seinen „Schatz“.

Als sie am Zaun ankommen, starrt Lisa durch den Maschendraht. »Die Pyramide«, schreit sie und ihr kleines Gesicht wird knallrot. »Tim hat meine Sandburg zerstört!« Sie läuft zu ihrem Bruder, aber Michael stellt sich ihr schnell in den Weg.
»Lisa, Tim war …«, sagt er stockend. Er geht in die Hocke und nimmt ihre Hände in seine. »Tim war da nicht ganz normal.« (Anmerkung: Er war zu der Zeit ein Zombie und hat mit dem Bau seiner Pyramide Lisas Sandburg zerstört.)
»Der ist nie normal«, flüstert sie. »Jetzt schmeiße ich seinen Todesstern aus dem Fenster.« Sie lächelt, lässt Michael los und rennt am Zaun entlang in Richtung Straße.
»Oh nein«, ruft Tim. »Genau das hatte ich geträumt. Wie ist das möglich?« Dann läuft er seiner Schwester hinterher.

In „Der Stein der Riesen“ zitiere ich auch wörtlich aus den Filmen (Szene im Spielzeuggeschäft):

„Wenn ihr nicht auf meiner Seite steht, dann seid ihr mein Feind!“, schreit Jan und bedroht Tim mit einem leuchtenden Lichtschwert.
„Es ist vorbei Anakin. Ich stehe deutlich über dir“, antwortet Tim und sein Lichtschwert knallt auf Jans.
„Na toll“, schimpft Michael. „Ihr wolltet doch Purzel suchen.“
„Ihr unterschätzt meine Macht“, ruft Jan, ohne auf ihn zu achten.

Wenigsten einmal wollte ich dieses Zitat bringen („Der Stein der Riesen“):

Michael grübelt. „Okay, aber wollen wir da wirklich reingehen?“ Er zeigt auf den Wald, der so dicht und dunkel ist, dass man nur die erste Baumreihe erkennen kann. „Ich hab da ein ganz mieses Gefühl.“

In „Kampf um Himmelblau“ spricht Tim dann yodisch und verbindet die magischen Elemente des Star Wars- und des Leuchtturm-Universums 🙂

„Einen Versuch ist es wert“, sagt Purzel.
Tim schüttelt energisch den Kopf. Seine Haare stehen immer noch zu Berge. „Tun oder nicht tun, keinen Versuch es gibt!“
„Häh?“, fragt Purzel.
„Tim hat als Kleinkind zu viel Star Wars gesehen“, erklärt Michael.
„Nicht genug Star Wars sehen du kannst“, sagt Tim. „Möge der magische Kristall mit uns sein.“

In diesem Sinne wünsche ich allen Star Wars-Begeisterten und Lesern meines Blogs ein spannendes, lustiges und magisches Kinoerlebnis und eine besinnliche Weihnachtszeit!

14.05.2014: Kinderbuch-Lesung in einem Hort

14.05.2014: Kinderbuch-Lesung in einem Hort

Kinderbuch-Autor-LesungMeine Kinderbuch-Lesung am Mittwoch in einem Hort im Norden Berlins mit Erst- und Zweitklässlern hat mir viel Spaß gemacht. Nur durch den direkten Kontakt mit seinen Lesern kann ein Autor live und in Farbe erleben, wie seine Texte ankommen. Es war schön zu beobachten, wie die Kinder an bestimmten Stellen gelacht haben. Der Klassiker, den viele Kinder lustig finden, ist der Apfel, der in den magischen Kristall geworfen wird und als Tomate wieder herauskommt. Aber es war auch toll, die Reaktion insbesondere der Mädchen zu sehen, als ich die Beschreibung des Bärenmädchens Sali vorgelesen habe.

Sali hat dunkelbraunes Fell und eine für ein Bärenmädchen besonders süße Stupsnase. Sie ist ungefähr so groß wie ein 3-jähriges Menschenkind.

Da seufzten die Mädchen und eine sagte: „Sali kann ich mir sooo gut vorstellen.“

Lustig war auch die Fragerunde. Ein Junge fragte mich, woher ich denn die Ideen für meine Kinderbücher nehme. Bevor ich darauf antworten konnte, sagte ein Mädchen: „Na Fantasie natürlich!“

Dann fragte mich ein Junge, ob ich die Bilder denn selber male. Als ich das verneinte, schloss er daraus sofort, dass das bestimmt teuer ist und fragte, ob sich der Buchverkauf dann lohnt. Da musste ich schmunzeln. Ein Mädchen sagte darauf, dass sie auch Bücher schreibt und ihre Bilder selbstverständlich selber malt. Da spart sie ja dann viel Geld und bekommt sicherlich viel mehr für ihre Bücher. Diese Kinder werden später mal sehr gut mit Geld umgehen können. 🙂

Dann gab ich den Kindern eine Einführung in das Thema „eBook“ und führte es auf meinem Smartphone zur Begeisterung aller auch vor. Am Ende der Lesung bekam ich einen Blumenstrauß von der Hortleitung, eine wirklich nette Geste.

Beim Buchverkauf gab es auch kuriose Szenen. So wollte ein Erstklässler unbedingt das vierte Buch haben (für Leser ab 8), weil es die meisten Seiten hat. Außerdem fand er den Drachen cool und Dinos (auf dem Cover von Band 1) mag er nicht. Der Junge war bei der Lesung nicht dabei gewesen und bei der Abholung folgten dann dramatische Momente. Er hat kein Buch bekommen.

Verblüfft hat mich das Mädchen, das mit meinen Beispielbüchern vom Verkaufstisch verschwunden ist. Zuerst hat sie sich Band 1 ausgeliehen, im Anschluss Band 2. Nach ca. drei Stunden kam sie dann an und fragte mich, wann denn Jan endlich der Freund von Michael wird und ob die Frau im Mond nun Lenas Mutter ist oder nicht. Da hatte sie die Bücher durchgelesen und Detailfragen gestellt, die ihr Verständnis der Handlung bewiesen! Leider geht sie schon alleine nach Hause und muss jetzt ihre Eltern dort zum Kauf der Reihe überreden. Ihre Sorge, dass sie die Bücher dann ohne meine Unterschrift bekommt, konnte ich ihr nehmen. Natürlich kann man meine Bücher auch mit Signatur online bestellen.

Insgesamt kamen meine Kinderbücher sehr gut an und ich konnte mehr verkaufen, als Kinder an der Lesung teilgenommen haben. Wenn das 5. Kinderbuch im Oktober erscheint, komme ich wieder 🙂

Auszüge aus meinem neuen Interview

Viele Kinderbücher haben süße kleine Tiere als Protagonisten. Bei dir sind es „normale“ Kinder. Warum das?

Geschichten mit süßen kleinen Tieren, die harmlose Abenteuer erleben, wollte mein Sohn schon früh nicht mehr hören. Spannender fand er Geschichten mit realen Helden. Derartige Bücher für ein junges Publikum sind jedoch schwer zu finden und meist Klassiker der angelsächsischen Kinderliteratur. Hier denke ich z.B. an den „Zauberer von Oz“ und „Alice im Wunderland“. Auch hier sind die Helden „normale“ Kinder, die auf magische Weise in eine fremde Welt aufbrechen.

Für ältere Kinder finden sich leichter neuere (aber auch meist angelsächsische) Geschichten. Der große Erfolg von Star Wars und Harry Potter ist auch darin begründet, dass es in diesen Fantasiewelten Helden gibt, mit denen sich der Leser sehr gut identifizieren kann. Das liegt auch daran, dass der Held die Magie selbst gerade erst kennenlernt und die Zauberei erlernen muss.

Mein Ziel war es, solche Geschichten mit „normalen“ Helden für ein jüngeres Publikum zu erschaffen.

Probierst du die Bücher an deinem Sohn aus?

Wenn wir gemütlich auf dem Balkon sitzen oder gemeinsam zur Schule gehen, erzähle ich ihm neue Geschichten. Ich frage ihn auch, wie glaubwürdig er das Verhalten meiner Charaktere findet und wie spannend die neuen Ideen sind.

Schreibst du zu bestimmten Zeiten an deine Büchern oder eher, wenn du gerade mal Lust dazu hast?

Ich muss in der richtigen Stimmung dafür sein. Manchmal kommen mir die guten Ideen auch beim Aufwachen oder beim lesen – oder im Gespräch mit meinem Sohn oder meiner Frau.

Das vollständige Interview gibt es in der ABS-Lese-Ecke.

Entwicklung einer Idee

Entwicklung einer Idee

Entstehung und Genre-Einordnung von „Leuchtturm der Abenteuer“

Welche Gutenachtgeschichten erzählt ein Vater seinem Sohn? Ich erzähle gerne die Geschichten, die ich als Kind auch toll gefunden habe. Bei mir war das zum Beispiel das klassische Märchen vom „Krieg der Sterne“. Es kommt alles vor, was cool und angesagt ist. Mächtige Zauberer und eingesperrte Prinzessinnen, die gerettet werden wollen. Und ein Held, der aus seiner alltäglichen Welt in ein fantastisches Abenteuer aufbricht, begleitet von neuen Freunden und bekämpft von bösen Schurken. Natürlich gibt es auch magische Artefakte wie Lichtschwerter, unglaubliche Kriegsmaschinen, die ganze Planeten zerstören können und einen Zoo von wilden Bestien. Ich hatte also viel Erzählstoff, aber selbst einem Star Wars-freundlich gesinnten Papa wird das Thema irgendwann zu viel. Neuer Stoff musste her!

Unabhängig von den Gutenachtgeschichten hatte ich zu der Zeit eine Idee für einen Fantasy-Roman. Heldin ist Luise, eine junge Frau aus der deutschen Kaiserzeit. Bei einer Wanderung mit ihrer Schwester Elisabeth verirren sie sich in einer Höhle und tauchen auf magische Weise auf einem fremden Planeten wieder auf. Luise verliebt sich in den Königssohn. Die beiden heiraten und bekommen zwei Kinder, aber leider bedroht ein böser Schatten das Königreich. Luise endet wie im Märchen, das die Bären-Erzieherin Mala in „Flucht durch Bärenstadt“ den Kindern erzählt: auf einem grünen Mond in tiefem Schlaf.

Leuchtturm der AbenteuerDie Geschichten, die ich meinem Sohn erzählte, vermischten sich auf einmal und die Figuren aus dem Kinderzimmer – Piraten, Roboter und Dinosaurier – spielten plötzlich auch mit. Und am Ende verlagerte sich der Handlungsort in das Universum, das ich mir für meinen Fantasyroman ausgedacht hatte. Da wurde mir klar, dass die Geschichte aus der Sicht der Kinder sehr spannend erzählt werden kann. Und da war sie geboren – die Idee von der magischen Taschenlampe, mit der Kinder zum „Leuchtturm der Abenteuer“ auf den Planeten Himmelblau reisen können.

Science-Fiction, Fantasy und Detektivgeschichten

Kann man sich vorstellen, wie sich Frodo mühsam zum Schicksalsberg schleppt, nur um dort von einer Roboter-Armee aufgehalten zu werden? Nein? Dann muss man sich nur »Star Wars« anschauen, wo Jedi-Zauberer gegen Droiden und Klon-Krieger antreten und wo Zauberstäbe einen Einschalter haben.

Mit 3 Jahren wurde der Bedarf meines Sohnes an spannenden Geschichten größer. Zwar machte ihm z.B. »Hänsel und Gretel« auch Angst, aber die Faszination für solche Themen war da. Als ich ihm mit vier Jahren immer mehr Abenteuer erzählen sollte, fand ich kaum Kinderbücher, die reizvoll genug waren.

Der Abenteuerroman

Mein Sohn und auch die Helden in meinen Geschichten sind sehr an Abenteuern interessiert – und da sehe ich auch mein »Hauptgenre«. Sieht man sich davon die Definition an, dann kann ich bei jeder Aussage zustimmend nicken:

„Das Grundprinzip eines Abenteuerromans ist, dass ein Held aus seiner alltäglichen Welt in eine fremde, gefährliche Welt aufbricht, in der er unter Lebensgefahr allerlei Probleme und Aufgaben zu meistern hat. Ziel seiner Reise ist meist die Rettung einer Person oder seiner eigenen Welt, aus der er aufgebrochen ist. In der Regel wird ein Abenteuerroman aus Sicht des Helden erzählt, der das Gute verkörpert und oft gegen finstere Mächte oder das Böse kämpft und letztlich gewinnt. Dabei wird er oft von einer oder mehreren Personen begleitet.“
Quelle: Wikipedia

Fantasy und Science-Fiction?

Was ist, wenn die Welt, in die der Held aufbricht, nicht unsere Erde ist? Ist das immer noch ein Abenteuerroman oder schon ein Mix?

Überschneidungen zwischen den Genres gibt es oft. Viele neuere Jugendbücher mischen sogar Magie aus der Fantasy-Welt mit Elementen aus der Science-Fiction. Bei »Artemis Fowl« z.B. gibt es Fabelwesen, die eine hoch entwickelte Technologie nutzen.

In meinem ersten Buch sagt der 9-jährige Elfenjunge und Zauberlehrling Purzel:
»Dein Papa wollte schon als kleiner Junge alles über Magie wissen.«
»Aber er hat Physik studiert«, entgegnet Michael.
»Vielleicht ist das auf der Erde der Name für Magie«, vermutet Purzel.

Dass ich die beiden Themen gerne vermische, wird man spätestens in meinem dritten Buch bemerken. Darin versucht der Physiker Karl (der Vater des 8-jährigen Michael) mithilfe eines Teilchenbeschleunigers den »magischen Kristall« zu untersuchen – mit haarsträubenden Folgen, wie Michaels Freund Tim erfahren wird. Auch in späteren Teilen werden meine Protagonisten versuchen, die rätselhafte Magie zu erforschen. Allen voran die 11-jährige Lena, die ein spezielles Interesse daran hat, die Wunder, die sie erlebt, zu verstehen.

Detektivgeschichten mit Thrill

Ich schreibe also Abenteuergeschichten mit Fantasy- und Science-Fiction-Elementen. Aber in der »Erwachsenenwelt«, passieren mysteriöse Dinge mit kriminalistischen Aspekten. Meine Helden kombinieren die Fakten und gelangen zu logisch hergeleiteten Erkenntnissen. So ist z.B. Michael im ersten Teil schnell klar geworden, dass sein Mitschüler Jan für die Dinosaurier auf Himmelblau verantwortlich gewesen ist. Sind meine Bücher nun Detektivgeschichten? Jedoch sind meine Helden keine »unantastbaren« Ermittler, wie das bei Krimis normalerweise der Fall ist. Sie werden beschossen, bedroht und gejagt. Zudem nutze ich Spannungsbögen und Cliffhanger, sodass ich mich (zumindest ein wenig) auf dem Gebiet der »Thriller« bewege. Aber es gibt manchmal im Handlungsverlauf auch sehr lustige Situationen. Sind es am Ende Komödien?

Mein Fazit zur Genre-Einordnung: Ich schreibe Geschichten mit Fantasy-, Science-Fiction- und Detektiv-Elementen in Form von actionreichen, spannenden und lustigen Abenteuern für Leser ab 6 Jahren.

Die Zukunft der Reihe

Schon im zweiten Band der Kinderbuch-Reihe wurde klar, dass auf Himmelblau nicht alles „super“ ist. Es gibt Zwerge und Piraten, die Kinder entführen und eine böse Mumie auf dem grünen Mond, die irgendwann aufwachen wird.

Im dritten Kinderbuch wurde deutlich, dass die Bruderschaft vom grünen Mond auch auf der Erde aktiv ist und mit aller Entschlossenheit ihren „Meister“ (die Mumie) aufwecken will.

Im vierten Kinderbuch erfährt der Leser viel über frühere Konflikte mit der Bruderschaft und Kriege mit ihren Zombie-Armeen. Glücklicherweise konnten diese Angriffe von einer Gruppe Helden, den „Hütern des Kristalls“, jedes Mal abgewehrt werden. Bis heute!

Bis vor Kurzem hatte ich geplant, dass Band 5 der letzte Teil der Kinderbuch-Reihe sein wird. Aber wie das so beim Schreiben ist, entwickeln sich die Dinge manchmal anders, insbesondere, wenn das Bärenmädchen Sali auftaucht. Und so wird ein Zwischenstopp auf einer Reise plötzlich zu einem zentralen Thema von großer Bedeutung. So wird es jetzt noch zwei Bände geben.

Der Stein der Riesen

Kinderbuch "Der Stein der Riesen"Band 5 der Kinderbuch-Reihe soll im Oktober 2014 zur Frankfurter Buchmesse erscheinen.

Das 9-jährige Bärenmädchen Sali soll bei einer großen Feier im Kolosseum der Kristallstadt zur Zauberin ernannt werden. Michael, Tim, Jan und ihr Elfenfreund Purzel wollen Sali dort besuchen.

Aber die böse Bruderschaft vom grünen Mond hat einen magischen Stein der Riesen gestohlen. Piraten wollen ihn mit ihrem Schiff zur Pyramide bringen, um sie damit fertig zu stellen. Wenn das geschieht, wird Himmelblau zerstört!

Können die Kinder das Piratenschiff aufhalten? Begleitet sie auf ihrer unglaublichen Reise in den Norden zu den Riesen. Wo Bäume keine Bäume sind und sich Berge bei Mondaufgang in die Lüfte erheben. An den Ort, wo die Magie Himmelblaus zuhause ist und ein ewiger Regenbogen am Nordpol direkt in den Himmel führt.

Das große Finale

Kinderbuch "Kampf um Himmelblau"„Kampf um Himmelblau“ wird dann schließlich das große Finale der Reihe. Das sechste und letzte Kinderbuch soll im März 2015 zur Leipziger Buchmesse erscheinen. An fantastischen Schauplätzen werden unsere Helden über sich hinauswachsen.

Die Mumie vom grünen Mond ist erwacht und die Zerstörung Himmelblaus steht kurz bevor! Können die Hüter des Kristalls den Planeten retten? Erlebt zusammen mit Michael und seinen Freunden den entscheidenden Kampf um Himmelblau.

Als Star Wars noch Krieg der Sterne hieß

Mein Sohn und ich besuchten neulich unseren Kiez-Buchladen und er durfte sich ein Buch wünschen. Schon bevor wir den Laden betraten, war klar, dass es etwas »mit Star Wars« sein soll. Als ich 6 Jahre alt war, habe ich nichts dergleichen gewollt. Selbstverständlich habe ich meine Kindheit mit der Lektüre hochwertiger Kinderliteratur verbracht. Auch in Film und Fernsehen konsumierte ich nur pädagogisch wertvolle Produktionen. Stimmt das? Wir werden sehen 🙂

Eines Tages im Jahre 1978 (ich war 7) gingen wir in ein Berliner Kino, ich glaube, es war das Cinema Paris. Wir nannten das damals »in die Stadt fahren«, da wir am Stadtrand wohnten. Im Kino lief ein Film namens »Krieg der Sterne«.
Schon die Anfangssequenz im Weltall mit einem Raumschiff unter Laserbeschuss und mit umwerfender Soundkulisse hat sich für immer in meinen Kopf eingebrannt. Das war genau das, was ich als 7-Jähriger sehen wollte, auch wenn ich das damals nicht wusste.
Da gab es die wunderschöne Prinzessin mit den Kopfhörern (das glaubte ich zumindest lange Zeit). In der LEGO-Welt nennt man sie »Senatorin Leia«. Sie ist nicht zu verwechseln mit der »festlichen Leia«, die im Thronsaal Orden verleiht und keine Kopfhörer trägt.
Es gab die lustigen Roboter und den bösen Superschurken mit Maske und »Kasten«. Ein weiser, alter Zauberer, ein Haudegen mit seinem Alien-Freund und ein Bauernjunge waren die perfekte Besetzung. Am Ende flog dann auch noch etwas richtig cool in die Luft. Mit 7 war ich im siebten Kino-Himmel.
Mit 11 Jahren wurde Han Solo zu »Indiana Jones« und suchte im Dschungel nach alten Schätzen und in Ägypten nach Artefakten biblischer Wunder. Nebenbei war er ein Frauenschwarm bei seinen Studentinnen – der perfekte Held in einem Abenteuerfilm. In einem George Lucas / Steven Spielberg-Film wurde man nicht enttäuscht.
Mit 12 Jahren konnte ich alle drei Teile von »Star Wars« hintereinander sehen. Da wollte ich gar nicht mehr nachhause, aber leider parkte der Millennium-Falke nicht vor dem Kino.

Ich konsumierte als Heranwachsender nicht nur Kinofilme, ich las ich auch sehr viel. Jetzt kommen wir endlich zu den pädagogisch hochwertigen Büchern, die ich anfangs erwähnt habe. Ich war ein absoluter Fan und Sammler von »Micky Maus« und den »Lustigen Taschenbüchern« 🙂
Dann begegnete mir »Donald Duck«. Insbesondere die »klassischen« Abenteuergeschichten von Carl Barks haben mich begeistert. Mit Donald, seinen frechen Neffen und seinem geizigen Onkel Dagobert erlebte ich zahllose Abenteuer. Und zwar mit Dinos, im Weltraum, in der Tiefsee, bei den Mayas, in Alaska und sogar im Reich der Fantasie (damals noch Phantasie). Immer gab es einen Schatz zu finden und finstere Gesellen stellten sich den fünf Helden in den Weg. Die Charaktere waren glaubwürdig (obwohl sie Enten waren) und die Handlung zwar fantastisch, aber logisch und überaus witzig. In den Geschichten aus den 50er und 60er Jahren blickte der Autor und Zeichner sehr ironisch auf seine Zeit. Unfassbar, dass »Tugendwächter« diese Comics (oder laut »Der Spiegel« auch »Opium in der Kinderstube«) in den 50ern auf westdeutschen Schulhöfen verbrannten (Quelle). In den 70ern waren diese Zeiten glücklicherweise vorbei und mir haben die Comics nicht geschadet. Noch heute lese ich sie zusammen mit meinem Sohn.

Zu den echten Büchern kam ich erst mit 11 Jahren, als ich auch die Freude am Schreiben entdeckt habe. Ich lieh sämtliche für mich interessante Literatur aus der Bücherei aus, die es gab. Das waren u.a. Krimis, Fantasy und Science-Fiction-Bücher. Fantastische, spannende und lustige Abenteuergeschichten wollte ich als kleiner Junge sehen, hören oder lesen. Ähnliche Geschichten habe ich als Kind geschrieben, zunächst als Comics und später in Schulaufsätzen. Das möchte ich (jetzt in Form von Büchern) auch künftig für ein junges und jung gebliebenes Publikum tun.

Wenn heute mein Sohn mit großer Ernsthaftigkeit zum Lichtschwert greift, um die Galaxis zu erobern (oder zu befreien), dann denke ich lächelnd: Ich war genauso 🙂

In den 70er und 80er Jahren gab es zwar auch »Merchandising-Artikel« und auch Sammelhefte und Spielzeuge kamen damals auf den Markt, aber es war alles noch überschaubar. Heute hingegen gibt es kaum mehr etwas ohne »Star Wars«. Aber auch mein 6-jähriger Sohn hat verstanden, dass die Bilder auf Jogurts und anderen Lebensmitteln nur Bilder sind. Da ist nicht wirklich »Star Wars« drin.

Der Buchladen hat mich dabei unterstützt, denn dort gab es nichts von »Star Wars«. Mein Sohn entschied sich für das lustige Buch von Zoran Drvenkar »Die tollkühnen Abenteuer von JanBenMax«.