Mädchen im Kinderbuch

Lena aus dem Kinderbuch Leuchtturm der Abenteuer

Bei den klassischen Märchen spielen die Mädchen oftmals das Opfer. Das Mädchen ist die Unschuld vom Lande, die der Prinz oder Ritter retten muss. Meine Kinderbücher beginnen auch sehr klassisch, jedoch sind die Mädchen aus unserer Zeit – und die lassen sich nicht mehr alles gefallen, auch wenn man sie in ein klassisches Rollenbild hineindrängen möchte. Die Mädchen in meiner Kinderbuch-Reihe sind mutig und abenteuerlustig und den Jungs ebenbürtig.

Die Mädchen vom Leuchtturm der Abenteuer

Lena aus dem Kinderbuch Leuchtturm der AbenteuerLena, die 11-jährige Schwester von Jan, ist intelligent und sehr kritisch. Während die Jungs bestimmte Ereignisse als gegeben hinnehmen, hinterfragt sie die Dinge. Als sie von fiesen Zwergen entführt wird, entdeckt sie ihre kämpferische Seite und plant gemeinsam mit den Jungs ihre Flucht.
Sali aus dem Kinderbuch Leuchtturm der AbenteuerDas 8-jährige Bärenmädchen Sali war schon im Kindergarten außergewöhnlich mutig und gerechtigkeitsliebend. Jemand, der in Not ist, muss gerettet werden, selbst dann, wenn alle anderen aus unerfindlichen Gründen nichts tun. Sali ist die treibende moralische Instanz in meinen Büchern und sie legt sich ohne Furcht mit den übelsten Zauberern ihrers Planeten an.
Lisa aus dem Kinderbuch Leuchtturm der AbenteuerDie 4-jährige Lisa ist ein typisches Geschwisterkind, bei dem der Altersunterschied zu hoch ist. Sie weiß von den geheimnisvollen Abenteuern, die ihr Bruder erlebt, aber niemand glaubt ihr diese Geschichten. Auch sie wird von einem Piraten entführt, aber der muss sich einige wüste Beschimpfungen von ihr anhören. Von einem ängstlichen Opfer ist Lisa weit entfernt.

Kochlöffel oder Zauberstab?

Folgenden Satz wollte ich im Kinderbuch „Flucht durch Bärenstadt“ einen weisen Zauberer über das Bärenmädchen Sali sagen lassen:

Mädchen sind gute Zauberer.

Was stimmt bei diesem Satz nicht? Ja, richtig! Mädchen sind gar keine Zauberer, sondern Zauberinnen. Also nochmal:

Mädchen sind gute Zauberinnen.

Und? Stimmt da etwa immer noch etwas nicht? Ja, Mädchen sind im Märchen gar keine Zauberinnen, sondern Hexen!

Ich habe in den 90er Jahren studiert und wurde mit der politischen Korrektheit infiziert. In jedem Schreiben der Studentenvertretung waren wir „StudentInnen“. Das las sich damals wie heute nicht schön, hat aber dazu geführt, dass ich beim Überarbeiten meiner Bücher über solche Dinge nachdenke.

Was mache ich nun mit meinen begabten Mädchen? Folge ich der Märchen-Vorlage, bei der nur Jungs mit ihrem coolen Stab echte Zauberer sind und Mädchen mit ihrem Kochlöffel an den Kessel verbannt werden? Hexen haben aber leider kein positives Image, immerhin locken sie kleine Kinder zu sich ins Haus, um sie zu mästen und aufzufressen.

Da kommt mir die aktuelle Reform der Straßenverkehrsordnung zu Hilfe. Dort gibt es keine Radfahrer mehr. Es gibt aber auch keine Radfahrerinnen. Was haben die Autoren getan? Haben sie gezaubert? Nein, sie haben getrickst. Es gibt jetzt nur noch Personen, die z.B. ein »Rad führen«. Also nochmal:

Mädchen führen einen Zauberstab gut.

Das war wohl nix. Wie wäre es mit einem substantivierten Partizip, so wie es mittlerweile auch die Studierenden machen?

Mädchen sind gute Zaubernde.

Das wird nichts. Oder doch? Ich habe das Problem in »Flucht durch Bärenstadt« mit „Show don’t tell“ gelöst:

„Mädchen können ganz toll zaubern“, sagt Meister Bärlo zu Sali, „und du bist sehr begabt.“

Lustige Geschichten auch für Mädchen

Lena und ihre Puppen (Mädchen im Kinderbuch)Ich versuche in meinen Büchern, humorvolle Abenteuer auch für Mädchen zu erzählen. Dabei verwende ich gerne Klischees aus der Mädchenliteratur und so dürfen Puppen natürlich nicht fehlen. Diese Puppen jedoch werden lebendig, verlieben sich in Zwerge und tanzen der schockierten Lena auf der Nase herum.

In »Gefahr in Immergrün« folgt der Pirat Obertatze den Kindern auf die Erde. Jetzt sehen ihn Michael und Tim im Sandkasten sitzen – zusammen mit Tims kleiner Schwester Lisa. Sie hat ihrem neuen Teddy ein rosafarbenes Kleid angezogen, ohne zu ahnen, dass dieser knuffige Bär ein lebendiger Pirat ist!

»Mama sollte ihn mal waschen. Der stinkt«, sagt Tim, hält sich die Nase zu und würgt.
»Am besten in der Kochwäsche«, lacht Michael.
»Dann schrumpft er aber«, entgegnet Lisa. »Duschen ist besser.«

Lisas vernünftige und typisch weibliche Reaktion dürfte Mädchen zum Schmunzeln bringen.

Sie zieht dem Bären das Kleid aus, wirft einen Haufen Sand auf ihn und reibt ihn damit ein. Im Anschluss klopft sie ihm kräftig das Fell sauber und zieht ihn wieder an. Die Jungs beobachten sie dabei grinsend.

Das ist für alle gleichermaßen lustig. Außer für Obertatze.

Spannende Nebenhandlungen

Lena und die Frau im Mond (Mädchen im Kinderbuch)Die mysteriösen Nebenhandlungen, die insbesondere Leser ab 8 Jahren ansprechen, sind für Jungen wie Mädchen spannend und fügen meinen Abenteuern etwas Rätselhaftes hinzu. Schon im ersten Band »Die Reise nach Himmelblau« gibt es gewisse Andeutungen. Kleine Sätze, die man gut überlesen kann, die aber Fragen aufwerfen.

Eine Nebenhandlung ist die „Frau im Mond“. Die 11-jährige Lena entdeckt in »Flucht durch Bärenstadt« ihre Mutter als Heiligenstatue auf einem fremden Planeten. Wie ist das möglich? Purzels logische Erklärung, dass jemand, der tausende Jahre auf einem Mond schläft, einfach nicht die Mutter eines Kindes von heute sein kann, glaubt sie. Die Logik gewinnt – zunächst.

Fazit

Jedes Kind ist individuell so verschieden, dass das Geschlecht nicht das bedeutendste Kriterium ist. Jungs und Mädchen sind gleichermaßen neugierig und abenteuerlustig und ich bin sicher, dass alle mit meinen Kinderbüchern lustige, spannende und rätselhafte Abenteuer erleben werden. Vielleicht werden die Bücher sogar gemeinsam von 5-jährigen Mädchen mit ihren 10-jährigen Brüdern gelesen (oder umgekehrt). Dann haben sie etwas gefunden, das ihnen beiden gefällt.

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Jungen im Kinderbuch

Tim aus dem Kinderbuch Leuchtturm der Abenteuer

In meiner Kinderbuch-Reihe können die Jungen mit Schwertern kämpfen, Freunde in Not retten und Helden sein – wie in klassischen Abenteuergeschichten.

Die Jungen vom Leuchtturm der Abenteuer

Michael aus dem Kinderbuch Leuchtturm der AbenteuerDer 8-jährige Michael nimmt im ersten Band als Identifikationsfigur den Leser auf seine abenteuerliche »Reise nach Himmelblau« mit. Michael ist vorsichtig und sein Lieblingswort ist ein ängstliches »Oje«. Trotz seiner Sorgen scheut er nicht davor zurück, einem Freund in Not zu helfen.
Timaus dem Kinderbuch Leuchtturm der AbenteuerSein bester Freund Tim (9) handelt erst und denkt später. Sein Lieblingswort ist „Au weia“, wenn er mal wieder Unfug gemacht hat. Ohne ihn würde Michael zu sehr grübeln und wichtige Dinge verpassen. Michael hingegen ist für ihn die Stimme der Vernunft, die beiden ergänzen sich also prächtig.
Purzel aus dem Kinderbuch Leuchtturm der AbenteuerDer Elfenjunge Purzel ähnelt Michael stärker, denn auch er schmiedet lieber erst einen Plan, bevor er handelt. Er ist ein wenig verträumt und verliert öfter mal etwas. Obwohl auf Himmelblau ein magischer Kristall Wunder vollbringen kann und er selbst mal Zauberer werden will, denkt er sehr logisch.
Jan aus dem Kinderbuch Leuchtturm der AbenteuerDer 9-jährige Jan tritt zu Beginn als »böser Mitschüler« in Erscheinung. In »Gefahr in Immergrün« freunden sich Michael und Tim mit ihm an. Jans Eltern sind verschwunden, als er 3 Jahre alt war. Er vermutet, dass sie Geheimagenten sind und schnell weg mussten, weil sie ihre Kinder damit schützen wollten.

Identifikation mit den Helden

Die Helden meiner Kinderbücher sind „normale“ Kinder aus unserer Welt, mit denen sich die Leser gut identifizieren können. Die Jungen in den Büchern interessieren sich für die Dinge, für die sich viele Jungs in dem Alter interessieren, z.B. Star Wars oder Harry Potter. Die Andeutungen sind oft etwas versteckt und nur für Fans erkennbar. Auszug aus „Der Stein der Riesen“:

Michael grübelt. »Okay, aber wollen wir da wirklich reingehen?« Er zeigt auf den Wald, der so dicht und dunkel ist, dass man nur die erste Baumreihe erkennen kann. »Ich hab da ein ganz mieses Gefühl.«

Etwas offensichtlicher ist es in einer Szene, in der Michael das erste Mal zaubert.

»Moment, ich probiere es nochmal«, sagt Michael und hält seinen Zeigefinger erneut in die Luft. »Wingardium leviosa!«
»Bist du jetzt Harry Potter?«, fragt Tim. »Willst du etwa, dass der Baum davonfliegt?«
»Nein«, antwortet Michael.
»Außerdem musst du wutschen und wedeln«, sagt Tim. »Nur dann klappt es.«
»Wutschen und … ja!«, ruft Michael. »Ich muss wedeln!«
»Häh?«
Michael hält seine Handfläche in die Luft und bewegt sie langsam zur Seite. »Baum«, sagt Michael mit dunkler Stimme, »das ist nicht der Mensch, den du fressen wolltest.«
»Alter«, schimpft Tim, »machst du jetzt auf Obi-Wan?«

Auch das Fantasy-Meisterwerk „Herr der Ringe“ bleibt nicht verschont. Auszug aus „Kampf um Himmelblau“:

»Ja«, sagt Tim, »so stelle ich mir einen Elfenjungen vor.«
»Wieso?«, fragt Purzel. »Das klingt so, als würde ich nicht wie ein Elfenjunge aussehen.«
»Du hast eben keine langen blonden Haare«, sagt Tim.
»Na und?«, schimpft Purzel. »Seit wann muss ein Elf denn lange blonde Haare haben?«
»Mit Pfeil und Bogen würde Billy noch besser aussehen«, sagt Tim.
»Wieso sollte ein Elfenjunge lange blonde Haare und einen Bogen haben?«, fragt Purzel.
»Weil er dann richtig gut aussieht«, murmelt Lena und lächelt.

Kampf gegen Monster

Ein böser Drache im Kinderbuch begeistert JungenMeine Helden müssen gegen Monster antreten, die sich in jedem Jungen-Kinderzimmer finden lassen: Dinosaurier, Piraten, Zauberer, Roboter, Zombies und natürlich böse Drachen.

Jedoch sind meine »Fieslinge« nicht einfach »nur so« böse. Sie verfolgen finstere Ziele, die man logisch nachvollziehen kann. Glaubwürdige Charaktere sind für Leser jeden Geschlechts und Alters wichtig.

Spannende Handlungsorte

In den Abenteuern gibt es Handlungsorte, die ein Jungenherz höher schlagen lassen. Mit Piratenschiffen, Raketen und Riesen-Schmetterlingen reisen die Kinder an magische Orte, z.B. in verzauberte Wälder, uralte Burgen, Drachenhöhlen, Pyramiden und zum Nordpol. Zudem gibt es eine dunkle Planetenseite mit einem Vulkan, einer Pyramide und einem magischen See, in dem Monster leben. Die Abenteuer dort sind keine Ferien auf dem Reiterhof.

Lustige Situationen

Jungen haben einen speziellen Humor, den ich in meinen Büchern anspreche. Nehmen wir als Beispiel eine Szene aus »Gefahr in Immergrün«.

Der Pirat Obertatze ist den Kindern auf die Erde gefolgt. Jetzt sehen ihn Michael und Tim im Sandkasten sitzen – zusammen mit Tims kleiner Schwester Lisa. Sie hat ihrem neuen Teddy ein rosafarbenes Kleid angezogen, ohne zu ahnen, dass dieser knuffige Bär ein lebendiger Pirat ist!

»Mama sollte ihn mal waschen. Der stinkt«, sagt Tim, hält sich die Nase zu und würgt.
»Am besten in der Kochwäsche«, lacht Michael.

Wenn etwas »stinkt« ist das speziell für Jungen sehr witzig. Zudem geht der Witz auf Kosten des Piraten. Die etwas brutale Idee mit der Kochwäsche ist auch typischer Jungs-Humor.

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Die Magie der Kinderbücher

Die Magie der Kinderbücher

Die Leuchtturm der Abenteuer-Kinderbuch-Reihe motiviert mit ihren spannenden und lustigen Abenteuergeschichten zum Lesen. Doch die Bücher regen auch zum Nachdenken an und vermitteln moralische Werte. Ernste Themen werden nicht ausgeklammert, doch wenn sie behandelt werden, schüren sie die Hoffnung, dass selbst das finsterste Tal irgendwann einmal durchschritten ist. In den Kinderbüchern werden neben der spannenden Haupthandlung auch schwierige Themen, tragische Schicksale und Legenden von unsterblicher Liebe behandelt, welche die Magie der Abenteuer ausmachen.

Schwierige Themen

Es gibt Dinge im Leben, die schmerzhaft sind und bleiben, bei allem Optimismus. Dazu gehört der Verlust eines lieben Wesens. Solche Themen gehören ebenfalls in Kinderbücher, denn sie betreffen die Realität unserer Kinder. Auch der Elfenjunge Purzel muss in „Der Stein der Riesen“ mit dem Verlust seines Riesen-Schmetterlings Sausi fertigwerden, seinem treuen Wegbegleiter, den er mit einer kleinen Pfeife jederzeit rufen konnte. Zusammen mit seiner Freundin Sali hilft er Sausi, noch einmal zu fliegen. Der letzte Flug eines magischen Wesens geht zum ewigen Regenbogen am Nordpol, der ins Jenseits führen soll.

Der ewige Regenbogen (Magie der Kinderbücher)

»Wir sehen uns im Regenbogen«, ruft Purzel seiner geliebten Sausi mit Tränen in den Augen hinterher. Sali greift nach seiner Hand und drückt sie.
Am Ende der Buchreihe halte ich für Purzel jedoch noch eine Überraschung bereit. Eine Überraschung namens Leben.
Michael schaut hin und erkennt einen Schmetterlingsschwarm. Einige flattern auch durch das Kolosseum. Sie sind so groß wie Schmetterlinge von der Erde und alle haben rosafarbene Flügel.
»Wow«, sagt Michael, »die sind schön.«
»Die Jungen sind geschlüpft«, seufzt Purzel und spielt an seiner Halskette mit der Pfeife herum.
»Da sind bestimmt auch Sausis Kinder dabei«, sagt Sali und legt ihre Pfote auf Purzels Schulter.
»Ja«, sagt Purzel und eine Träne kullert über sein Gesicht.
»Puste in die Pfeife«, sagt Sali.
»Was soll das bringen?«, fragt Purzel. »Sausi war der einzige Schmetterling auf Himmelblau, der so zutraulich war und …«, er schluckt, »… und der mich geliebt hat.«
»Puste in die Pfeife«, wiederholt Sali.
Purzel hält sich die Pfeife an den Mund und holt Luft. Dann pustet er hinein.
Ob ein Schmetterling auf Purzels Ruf reagiert?

Das tragische Schicksal eines kleinen Bären

In meinen Büchern erzähle ich auch von tragischen Schicksalen, die zum Nachdenken anregen.

So gab es den kleinen Bären Zali, der in den Vulkanbergen lebte. Mit fünf Jahren war er von Zuhause fortgelaufen und hatte versehentlich bei Vollmond in den Schwarzen See geblickt. Dort sah er den bösen Mondgeist und wurde von ihm verflucht. Fortan war er ein Diener des Schattens und trug den Namen Zata. Erst tausende Jahre später rettete ihm das kleine Bärenmädchen Sali mit einem raffinierten Zauberspruch seine verlorene Seele. Sie verwandelte ihn wieder in den unschuldigen Fünfjährigen und schickte ihn heim zu seinen Eltern.

Ein Stern wird dich leiten
bei der Reise durch die Zeiten
Er wird strahlen so hell
und du bist ganz schnell
daheim und zurück
in einer Zeit voll Glück

Dort gab es ihn nun doppelt und er war überzeugt davon, dass er dem bösen Zauberer Zata niemals begegnen durfte, weil sonst etwas Schreckliches geschehen würde. Viele Bären hielten ihn deshalb für verrückt, dennoch gewann er den ersten Krieg gegen die Bruderschaft vom grünen Mond. Er heilte alle verfluchten Bären und änderte damit die Geschichte Himmelblaus (im Anhang von Band 5 und 6 stehen diese historischen Ereignisse. Wenn man sie miteinander vergleicht, erkennt man die feinen Unterschiede).

Doch das finstere Zeitalter des Zauberers Zata ließ sich nicht aufhalten und so ging Zali ins Exil in die Kristallstadt, die Elfenhauptstadt. Dort stand er jeden Tag am Meer und blickte zum Horizont, voller Sehnsucht nach seiner alten, verlorenen Heimat. Eine Statue im Hafen der Kristallstadt erinnert heute daran und zeigt ihn, wie er traurig in die Ferne schaut.

Die unsterbliche Liebe eines Königs

Eine andere Legende in meinen Kinderbüchern handelt von König Purzel. König Purzel war ein weiser König und Kriegsherr. Doch als seine Frau Elise starb, zerbrach sein Herz. Er wurde krank, verlor seinen Lebenswillen und wollte niemanden mehr sehen. Sein Zauberer baute daraufhin die magische Meisterlampe, um ihm eine Freude zu machen. Sein König sollte endlich wieder glücklich sein. Einer alten Legende nach führt die Lampe zu einem ganz besonderen Ort: ins Regenbogenland. Auf Himmelblau nennt man so das Jenseits.

Als König Purzel ins Licht der Meisterlampe schaute, um seiner geliebten Frau Elise ins Jenseits zu folgen, wurde bei den Riesen ein Kind geboren. Als es sprechen konnte, sagte es immer wieder den Namen ›Elise‹. Im Kindergarten suchte es die Nähe zu einem nur wenige Monate zuvor geborenen Riesenmädchen. Die beiden waren ein Herz und eine Seele und niemand vermochte es, sie zu trennen. Als sie erwachsen waren, heirateten sie und lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

»Seine geliebte Elise war nicht im Jenseits«, sagte Lena, als sie von der Legende hörte, »ihre Seele wurde als Riesenmädchen wiedergeboren und auch seine Seele wurde wiedergeboren. Die Lampe hat sie wiedervereint, so stark war ihre Liebe. Das ist sooo romantisch.«

Am Ende fanden die Kinder heraus, dass die Meisterlampe gar nicht in Jenseits führte, sondern an den Ort des Glücks, der für jeden sehr individuell ist. Sie fanden auch den Zauberspruch, der diese magische Taschenlampe erschaffen hatte:

Die Lampe öffnet alle Türen
und ihr Licht wird dich führen
durch Raum und Zeit
zum Ort der Glückseligkeit

Ich wünsche den Lesern meiner Kinderbücher, dass sie ihren Ort des Glücks schon gefunden haben oder bald finden werden!

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Der Wert des Lebens im Kinderbuch (Leseprobe)

Der Wert des Lebens im Kinderbuch (Leseprobe)

In meiner Kinderbuch-Reihe passieren viele lustige Dinge, aber die Handlung spielt nicht in einer „heilen Welt“. Es gibt dort eine böse Bruderschaft, die das Leben im ganzen Universum vernichten will. Für ihre Zwecke verwandelt sie friedliche Bären in gewissenlose Zombies. Die Antwort der Herrschenden ist eine Roboter-Armee, die sich den Zombies entgegenstellt und sie tötet. Problem gelöst? Nicht, wenn es nach dem Bärenmädchen Sali geht, für das jedes Leben heilig ist (siehe Leseprobe).

Leseprobe aus dem Kinderbuch „Der Stein der Riesen“

Kinderbuch ab 8 Jahren»Warum gehen die Riesen zum Nordpol, wenn sie sterben?«, fragt Purzel.
»Es ist ein letztes Abenteuer«, antwortet Sali. »Ich kann das gut verstehen. Ich werde auch hierher kommen, wenn meine Zeit gekommen ist.«
»Aber dann bist du doch schon alt und gebrechlich«, vermutet Purzel. »Das wird bestimmt nicht leicht. Und was ist mit deiner Familie? Vielleicht wollen die deine letzten Tage mit dir verbringen.«
»Die können ja mitkommen«, lacht Sali. »Ich will jedenfalls nicht im Bett sterben.«
»Ich finde, das Bett ist gar kein so übler Ort zum Sterben«, sagt Purzel. »Weißt du, dass es hier am Nordpol Weltall-Tornados gibt? Ich habe Geschichten von Riesen gehört, die in den Weltraum geschleudert wurden, um dann als Meteorit abzustürzen und zu verglühen.«
Sali lächelt verträumt. »Das hört sich irgendwie cool an.«
»Find ich nicht«, sagt Purzel und schüttelt den Kopf. »Ich ziehe es vor, meinen letzten Atemzug im Kreise der Familie zu machen. Ich halte Händchen mit meiner Frau und meinen Kindern.«
»Was geschieht, wenn ein Elf gestorben ist?«, fragt Sali.
»Er wird verbrannt und seine Asche wird verstreut«, antwortet Purzel.
»Also wie bei den Riesen, die als Meteorit abstürzen«, lacht Sali.
»Sehr witzig«, grummelt Purzel. »Und wie läuft das bei den Bären?«
»Wir werden nicht alt genug, um zu sterben«, antwortet Sali ernst. »Früher oder später wird jeder von uns ein Zombie.«
»Oh«, sagt Purzel. »Das ist ja schrecklich.«
»Ich weiß das auch erst seit Kurzem«, sagt Sali. »Vor der Bärenstadt liegt die Insel der Alten
»Ein Altersheim?«
»Ja, nur besser. Es ist wie ein Luxushotel und alle deine Wünsche werden erfüllt. Es ist das Paradies und jedes Kind freut sich darauf, einmal dorthin zu kommen.«
»Davon habe ich nichts gehört«, sagt Purzel.
»Das ist kein Wunder«, antwortet Sali, »denn das ist nur ein Märchen, das man den Bärenkindern erzählt, wenn ein Erwachsener verschwindet.«
»Was?«, ruft Purzel überrascht. »Ein Märchen?«
»Als ich vor Kurzem von der Bruderschaft und den Zombies erfahren habe, wurde ich misstrauisch. So viele erwachsene Bären sind verschwunden, ohne sich zu verabschieden. Darunter war auch Mala, meine Erzieherin aus dem Kindergarten. Ich wollte sie besuchen …« Sali schluchzt.
Purzel legt sanft seine Hand auf ihre Schulter.
»Ich habe mich heimlich auf die Insel gezaubert, aber da ist nichts. Die Insel ist nur ein unbewohnter Felsen im Meer.« Tränen kullern über ihr Gesicht.
»Und wo sind die erwachsenen Bären?«
»Sie sind Sklaven der Bruderschaft«, weint Sali. »Sie sind alle Zombies.«
»Das ist ja schrecklich«, sagt Purzel und seine Ohren zucken. »Grauenvoll.«
»Verstehst du jetzt, warum ich nicht will, dass General Besky mit seinen Robotern die Zombies tötet?«
»Ja, natürlich«, antwortet Purzel, »aber Besky hat doch gesagt, dass im Krieg Opfer gebracht werden müssen. Im Krieg muss man töten, wenn man selbst überleben will.«
»Ist das so?«, flüstert Sali und ihre Augen leuchten in einem hellen Blau. »Ich glaube das nicht«, schreit sie dann. »Das ist auch so ein Märchen, dass man Kindern erzählt, damit sie keine weiteren Fragen stellen. Es gibt genug Waffen, die nicht töten. Waffen, die den Angreifer kurz betäuben. Dann kann man ihn einsperren und mit ihm reden.«
»Reden?«, fragt Purzel. »Worüber willst du denn mit einem Zombie reden? Der grillt dich einfach mit seinen Blitzen und das war es dann mit der Unterhaltung.«
»Mit einem Kristall kann ich ihn heilen«, entgegnet Sali.
»Und was ist, wenn eine böse Zombie-Armee in die Bärenstadt kommt und jeden töten will?«, fragt Purzel. »Während du ein paar Zombies heilst, töten die übrigen alle Leute in der Stadt. Wäre es dann nicht toll, wenn du eine Roboterarmee hättest, die die Zombies tötet?«
»Verstehst du das denn nicht?«, fragt Sali und schaut ihn verzweifelt an, »die Zombies sind doch auch nur unschuldige Bären. Verfluchte Bären, aber trotzdem unschuldig. Anstatt sie zu töten, sollten wir den bekämpfen, der sie verflucht hat.«
»Ihren Meister?«, fragt Purzel.
»Ja«, sagt Sali, »wir sollten den aufhalten, der ihre Gedanken vergiftet und sie in einen sinnlosen Krieg getrieben hat.«

Mein Autoren-Interview bei der Leser-Welt

Mein Autoren-Interview bei der Leser-Welt

Ein Interview mit mir wurde jetzt bei Leser-Welt.de veröffentlicht. Dass mein Interview jetzt neben den Interviews von so erfolgreichen Autoren wie Wolfgang Hohlbein zu finden ist, erfreut mich sehr.

Anbei ein Auszug:

Ich schätze an deinen Geschichten den Reichtum an „fantastischen“ Ideen und die wissenschaftliche Genauigkeit. Wie erklärst du dir den Erfolg deiner Erzählungen?

Mein Slogan lautet: spannende, magische und lustige Kinderbücher. Diese drei Punkte sind für mich von großer Bedeutung, da ich selbst solche Geschichten auch gerne lese, höre oder sehe.

Wenn man eine Geschichte in einer gewöhnlichen Welt beginnt, kann sich der Leser sehr gut in den Helden hineinversetzen. Dann geschieht etwas Fantastisches. Die Kunst ist es, dieses Ereignis so glaubwürdig wie möglich zu beschreiben und zu erklären. Erst dann kann der Leser sich vorstellen, dass es wirklich so passieren könnte und das macht es so spannend.

In das magische Transportsystem meines Universums habe ich viel Zeit investiert. In der Wissenschaft gibt es Theorien, die einen Informationsfluss jenseits aller Geschwindigkeitsbeschränkungen ermöglichen. Das Problem ist, dass die miteinander „verschränkten“ Objekte erst einmal auf gewöhnliche Weise durch die unendlichen Weiten des Alls transportiert werden müssen. Dieses Problem löse ich mit einem Raumschiff, dass durch einen ausgemusterten Kampfroboter gesteuert wird.

Man könnte fragen, warum ich es so kompliziert mache. Warum zaubern die Magier meines Universums nicht einfach ohne Regeln? Die Antwort ist einfach: Jedes Kind lernt schon im Kindergarten, dass die Welt nicht ohne Regeln funktioniert. Wieso sollte die magische Zauberwelt da eine Ausnahme machen? Das entspricht ja nicht dem alltäglich Erlebten und die Magie wird dadurch unglaubwürdig.

Ein spannendes Ereignis in einer magischen Welt mit Regeln reicht aber nicht aus, um eine gute Geschichte zu erzählen. Ich liebe es, eine perfekte Welt dieser Art aufzubauen und dann meine Charaktere auf sie loszulassen. So ist insbesondere Michaels bester Freund Tim die ideale Besetzung für lustige Erlebnisse. Er ist ein Draufgänger und von der Art Mensch, der erst auf den großen roten Knopf drückt und danach das Schild „bitte nicht drücken“ liest. Michael ist dann meist derjenige, der Tim (und die übrige Welt) retten muss. Nur durch solche Charaktere beginnt das Universum zu leben und die Handlung setzt ein.

Aus meine Sicht legst du dich nicht auf ein Genre fest und mixt fleißig – warum?

Als ich mit dem Schreiben dieser Reihe begann, sagte ich mir nicht: „So, jetzt wird das Genre geschüttelt, nicht gerührt!“ Meine Helden brechen in eine neue, unbekannte Welt auf, um dort zu lernen und mit neuen Erkenntnissen oder Fähigkeiten in ihre alte Welt zurückkehren. Das „Hauptgenre“ ist daher der Abenteuerroman.

Die Geschichte, die ich erzähle, enthält jedoch Elemente, die man auch anderen Genres zuordnen kann. Magische Kristalle und böse Zauberer gehören in die Fantasy- oder Märchenwelt, während Raumschiffe und Kampfroboter eindeutig der Science-Fiction zugeordnet werden können. Hier hätte ich klarer trennen können, z.B. durch Konzentration auf die klassische Märchenwelt. Ich wollte aber zeitgemäße Abenteuer schreiben. Kinder, die es gewohnt sind, alle Antworten durch Streicheln eines kleinen glänzenden High-Tech-Kästchens beantwortet zu bekommen, wollen mehr, als einen magischen Zauberkristall. Das gilt auch für mich, heute wie damals als Kind. 1978 sah ich das erste Mal „Krieg der Sterne“, den wohl bekanntesten Genre-Mix der Kinogeschichte. Die wunderschöne Prinzessin aus der Märchenwelt und die coolen Raumschiffe, Aliens und Roboter aus der Science-Fiction-Welt begeisterten mich.

Könntest du dir vorstellen einen Roman für Erwachsene zu verfassen, oder sind Kinder das bessere Publikum?

Kinder sind im Gegensatz zu Erwachsenen sehr tolerant, z.B. bezüglich des Genres oder anderer Stilfragen. Ein Kind lacht über Klischees und zappelt vor Aufregung bei einem Cliffhanger. Erwachsene – insbesondere aus der Autorenzunft – schieben so ein Buch schnell in die Schublade der Trivialliteratur.

Ich arbeite gerade an einem Roman für Erwachsene. Das Buch soll eine Abenteuerkomödie mit einer Prise Science-Fiction, Mystery und Thriller werden.

Was würdest du mir raten, falls ich auf die Idee käme eine Geschichte als Self-Publisher herauszugeben?

Das kann man kaum in wenigen Worten zusammenfassen. Aber eine Weisheit wird von vielen Selbstverlegern gerne als selbstverständlich angesehen und daher manchmal etwas vernachlässigt: die Qualität des Produktes. Am Anfang war das Wort und bei seiner Qualität darf man nicht geizen. Testleser und Testzuhörer sind sehr wichtig, um sein Buch marktreif zu machen. Leider kann man heutzutage viel zu leicht einfach alles veröffentlichen und das Produkt dann als „Buch“ bezeichnen. Es ist kein Wunder, dass viele Leute aus der Verlagswelt daher sehr wenig von den Erzeugnissen der Selbstverlegerwelt halten.

Zum vollständigen Interview:

Autoren-Interview