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Jugendbuch Schreiben

Die Jugendsprache in meinem ersten Jugendbuch

Mein erstes Jugendbuch ist aus dem Druck und seit dem 13.02.2017 im Handel erhältlich.

Jugendbuch ab 12 Jahren

Dass dieses Buch existiert, verdanke ich meinem Sohn, denn er wollte mal bei diesem spannenden Vorgang zusehen: dem Schreiben. Ich setzte mich von ihm neugierig beobachtet vor ein leeres Dokument und fing an. Es entstand die erste Szene mit John, der in ein Internat abgeschoben werden sollte, weil ein Verbrecher hinter seinen Eltern her war. Mein Sohn forderte immer neue Szenen und je länger ich an dieser Geschichte schrieb, desto spannender fand ich sie. Plötzlich wollte ich nur noch an diesem Abenteuer arbeiten und legte dafür ein anderes Projekt auf Eis.

Besonderer Dank gebührt meiner Frau. Sie ist die Kraft, die mich zu mehr anspornt, als ich zunächst liefere. Ohne ihre ehrliche und immer konstruktive Kritik wäre die Handlung meiner Bücher unverständlicher, weniger spannend und die Charaktere wären weniger glaubwürdig.

Da der Held des Buches älter als mein Sohn ist, brauchte ich eine andere Inspirationsquelle. Ich begab mich auf eine spannende Zeitreise in meine eigene Jugend als pubertierender 13-Jähriger. Das war zu Anfang etwas schwierig, aber mir half die Tatsache, dass ich im Herzen ein Junge geblieben bin, der die Dinge nicht so ernst nimmt.

Ich möchte auch den Teilnehmern des Writers Coaching-Kurses, den ich seit 2013 besuche, danken, insbesondere meinen Testlesern Claudia Johanna Bauer (Kursleiterin), Fabienne Boulaich, Ina Wulf und Nicole K., die auch an der Schreibreise nach Usedom 2016 teilgenommen haben, wo ein Großteil meines Jugendbuches entstanden ist. Außerdem möchte ich der Autorin Juliane Jacobsen danken.

Besonderer Dank gebührt auch meiner Illustratorin Sonja K. Richter, die mich durch ihre Bilder zu neuen Dingen inspiriert und mich auf “schiefe Bilder” aufmerksam gemacht hat. Das Cover und die 20 Innenillustrationen sind wunderschön geworden.

Die Jugendsprache im Jugendbuch

Aber auch wenn ich die Gefühlswelt eines 13-Jährigen aus eigener Erfahrung kannte, hatte ich Probleme, die richtige Sprache zu finden. Dabei halfen mir jugendliche Testleser, die ihre Aufgabe ganz fantastisch gemeistert haben. So danke ich Nick (12), Finn (12), Linda (13), Julius (13), Basti (14) und Tim (16) für ihren tollen Einsatz und ihre unglaublich hilfreiche Kritik! Sie haben mich auf zahlreiche sprachliche Probleme aufmerksam gemacht und mir bezüglich der Glaubwürdigkeit der Charaktere sehr geholfen.

Jugendsprache im Jugendbuch - "Alter" statt "Oha"
Jugendsprache im Jugendbuch - "Hässlichkeiten" statt "hässliche Gestalten"
Jugendsprache im Jugendbuch - "Handy" statt "Smartphone"

Ohne die Kritik meiner jugendlichen und erwachsenen Testleser wäre dieses Buch heute ein ganz anderes!

Geheimnisvolle Jagd

Band 1Band 2Band 3 (ab 14)
Jugendbuch ab 11 JahrenJugendbuch ab 12 JahrenJugendbuch ab 13 Jahren
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Kinderbuch Schreiben

Der Wert des Lebens im Kinderbuch (Leseprobe)

In meiner Kinderbuch-Reihe passieren viele lustige Dinge, aber die Handlung spielt nicht in einer “heilen Welt”. Es gibt dort eine böse Bruderschaft, die das Leben im ganzen Universum vernichten will. Für ihre Zwecke verwandelt sie friedliche Bären in gewissenlose Zombies. Die Antwort der Herrschenden ist eine Roboter-Armee, die sich den Zombies entgegenstellt und sie tötet. Problem gelöst? Nicht, wenn es nach dem Bärenmädchen Sali geht, für das jedes Leben heilig ist (siehe Leseprobe).

Leseprobe aus dem Kinderbuch “Der Stein der Riesen”

»Warum gehen die Riesen zum Nordpol, wenn sie sterben?«, fragt Purzel.
»Es ist ein letztes Abenteuer«, antwortet Sali. »Ich kann das gut verstehen. Ich werde auch hierher kommen, wenn meine Zeit gekommen ist.«
»Aber dann bist du doch schon alt und gebrechlich«, vermutet Purzel. »Das wird bestimmt nicht leicht. Und was ist mit deiner Familie? Vielleicht wollen die deine letzten Tage mit dir verbringen.«
»Die können ja mitkommen«, lacht Sali. »Ich will jedenfalls nicht im Bett sterben.«
»Ich finde, das Bett ist gar kein so übler Ort zum Sterben«, sagt Purzel. »Weißt du, dass es hier am Nordpol Weltall-Tornados gibt? Ich habe Geschichten von Riesen gehört, die in den Weltraum geschleudert wurden, um dann als Meteorit abzustürzen und zu verglühen.«
Sali lächelt verträumt. »Das hört sich irgendwie cool an.«
»Find ich nicht«, sagt Purzel und schüttelt den Kopf. »Ich ziehe es vor, meinen letzten Atemzug im Kreise der Familie zu machen. Ich halte Händchen mit meiner Frau und meinen Kindern.«
»Was geschieht, wenn ein Elf gestorben ist?«, fragt Sali.
»Er wird verbrannt und seine Asche wird verstreut«, antwortet Purzel.
»Also wie bei den Riesen, die als Meteorit abstürzen«, lacht Sali.
»Sehr witzig«, grummelt Purzel. »Und wie läuft das bei den Bären?«
»Wir werden nicht alt genug, um zu sterben«, antwortet Sali ernst. »Früher oder später wird jeder von uns ein Zombie.«
»Oh«, sagt Purzel. »Das ist ja schrecklich.«
»Ich weiß das auch erst seit Kurzem«, sagt Sali. »Vor der Bärenstadt liegt die Insel der Alten
»Ein Altersheim?«
»Ja, nur besser. Es ist wie ein Luxushotel und alle deine Wünsche werden erfüllt. Es ist das Paradies und jedes Kind freut sich darauf, einmal dorthin zu kommen.«
»Davon habe ich nichts gehört«, sagt Purzel.
»Das ist kein Wunder«, antwortet Sali, »denn das ist nur ein Märchen, das man den Bärenkindern erzählt, wenn ein Erwachsener verschwindet.«
»Was?«, ruft Purzel überrascht. »Ein Märchen?«
»Als ich vor Kurzem von der Bruderschaft und den Zombies erfahren habe, wurde ich misstrauisch. So viele erwachsene Bären sind verschwunden, ohne sich zu verabschieden. Darunter war auch Mala, meine Erzieherin aus dem Kindergarten. Ich wollte sie besuchen …« Sali schluchzt.
Purzel legt sanft seine Hand auf ihre Schulter.
»Ich habe mich heimlich auf die Insel gezaubert, aber da ist nichts. Die Insel ist nur ein unbewohnter Felsen im Meer.« Tränen kullern über ihr Gesicht.
»Und wo sind die erwachsenen Bären?«
»Sie sind Sklaven der Bruderschaft«, weint Sali. »Sie sind alle Zombies.«
»Das ist ja schrecklich«, sagt Purzel und seine Ohren zucken. »Grauenvoll.«
»Verstehst du jetzt, warum ich nicht will, dass General Besky mit seinen Robotern die Zombies tötet?«
»Ja, natürlich«, antwortet Purzel, »aber Besky hat doch gesagt, dass im Krieg Opfer gebracht werden müssen. Im Krieg muss man töten, wenn man selbst überleben will.«
»Ist das so?«, flüstert Sali und ihre Augen leuchten in einem hellen Blau. »Ich glaube das nicht«, schreit sie dann. »Das ist auch so ein Märchen, dass man Kindern erzählt, damit sie keine weiteren Fragen stellen. Es gibt genug Waffen, die nicht töten. Waffen, die den Angreifer kurz betäuben. Dann kann man ihn einsperren und mit ihm reden.«
»Reden?«, fragt Purzel. »Worüber willst du denn mit einem Zombie reden? Der grillt dich einfach mit seinen Blitzen und das war es dann mit der Unterhaltung.«
»Mit einem Kristall kann ich ihn heilen«, entgegnet Sali.
»Und was ist, wenn eine böse Zombie-Armee in die Bärenstadt kommt und jeden töten will?«, fragt Purzel. »Während du ein paar Zombies heilst, töten die übrigen alle Leute in der Stadt. Wäre es dann nicht toll, wenn du eine Roboterarmee hättest, die die Zombies tötet?«
»Verstehst du das denn nicht?«, fragt Sali und schaut ihn verzweifelt an, »die Zombies sind doch auch nur unschuldige Bären. Verfluchte Bären, aber trotzdem unschuldig. Anstatt sie zu töten, sollten wir den bekämpfen, der sie verflucht hat.«
»Ihren Meister?«, fragt Purzel.
»Ja«, sagt Sali, »wir sollten den aufhalten, der ihre Gedanken vergiftet und sie in einen sinnlosen Krieg getrieben hat.«

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Kinderbuch Schreiben

Die Macht in meinen Büchern

Star Wars-Anspielungen in meiner Kinderbuch-Reihe

Ich bin ein Star Wars-Fan, hauptsächlich wegen der alten Episoden, die ich als Kind gesehen habe und die ein fantasievolles und magisches Abenteuer erzählen, bei dem am Ende das Gute gewinnt. Ich finde auch die Lego Star Wars-Parodien sehr lustig und gelungen. Jetzt hat Disney die Macht bei der Macht übernommen und ich bin wirklich gespannt auf das Ergebnis in Episode 7 (ich werde den Film am Samstag sehen).

Als Fan konnte ich es mir nicht verkneifen, ein paar Hinweise auf Star Wars in meinen Kinderbüchern unterzubringen. Der Start von Episode 7 “Star Wars: Das Erwachen der Macht” (Originaltitel: Star Wars: The Force Awakens) motivierte mich dann auch, diese Anspielungen aufzulisten (ohne Gewähr für Vollständigkeit).

Einige Anspielungen zähle ich nicht auf, z.B. als Michael in “Die Reise nach Himmelblau” einen Ast für einen Lichtschwertkampf sucht. So etwas zähle ich nicht mit, weil derartige Freizeitvergnügungen von Kindern schon in unsere Kultur übergegangen sind.

Darth Vader hat seinen Umhang für immer abgelegt, doch bald erwacht die Macht erneut!
Darth Vader hat seinen Umhang für immer abgelegt, doch bald erwacht die Macht erneut!

Eine Liste meiner Star Wars-Bezüge:

Pirat Obertatze sitzt unter einem Baum mit gestohlenen Spielsachen.

Er nimmt ein Heft mit Sammelkarten vom Spielzeughaufen. Auf dem Umschlag kämpfen zwei schwarz gekleidete Männer mit Lichtschwertern. Er blättert in dem Heft und grinst erfreut. “Kapitän Urs wird sich freuen”, brummt er.

Was liest er da nur für ein Sammelheft ? 🙂

Ich nutze ein Element aus dem Star Wars-Universum, um einen Teilchenbeschleuniger zu erklären.

“Stell dir vor, du wirfst den Todesstern von Tim aus dem Fenster”, sagt Michaels Vater. “Was passiert dann?”
“Er fliegt auseinander”, antwortet Michael. “Viel schlimmer ist, was dann mit mir passiert. Den hat er ganz neu!”
“Aber so würdest du sehen, woraus er besteht”, sagt Karl.
“Das weiß ich ja schon”, entgegnet Michael. “Ich habe ja Tim dabei geholfen, ihn aus vielen Einzelteilen zusammenzubauen.”

Meine Helden schlendern zur Weihnachtszeit durch ein Spielzeuggeschäft und dieses Element taucht erneut auf:

Michael und Eduardo gehen an zahllosen Puppen, Spielküchen und Regalen mit rosafarbenen Kartons vorbei. Eduardo bleibt stehen und starrt ungläubig auf das Preisschild an einem kleinen Palast mit Türmen. “Guck mal, was das Teil kostet”, ruft er.
Michael schaut hin und schüttelt den Kopf. “Da bekommt man ja einen halben Todesstern für.”
“Dann nehme ich lieber den halben Todesstern”, sagt Eduardo.

Todessterne sind für Kinder offenbar eine Währungseinheit. Wenn wir uns gegen Bankenkrisen absichern wollen, sollten wir daher in Todessterne investieren 🙂

Tim ist sein Todesstern sehr wichtig. In einer Szene in “Gefahr in Immergrün” stirbt er fast an einem magischen Stromschlag und Michael muss ihn retten.

“Ich muss eine Herzmassage machen”, sagt Michael und drückt auf Tims Brust herum. Er hört ein Röcheln und geht mit dem Kopf näher heran und lauscht.
“Er odes ern”, krächzt Tim.
“Was?”, fragt Michael und lauscht weiter.
“Der Todesstern”, röchelt Tim und hustet ausgiebig. Schließlich setzt er sich auf und schaut seinen Freund ernst an. “Ich habe geträumt, dass Lisa meinen Todesstern aus dem Fenster werfen will.” Dann steht er auf und klopft sich Sand und Blätter von der Kleidung. “Seltsamer Traum.”

Später wird es dann ernst für seinen “Schatz”.

Als sie am Zaun ankommen, starrt Lisa durch den Maschendraht. »Die Pyramide«, schreit sie und ihr kleines Gesicht wird knallrot. »Tim hat meine Sandburg zerstört!« Sie läuft zu ihrem Bruder, aber Michael stellt sich ihr schnell in den Weg.
»Lisa, Tim war …«, sagt er stockend. Er geht in die Hocke und nimmt ihre Hände in seine. »Tim war da nicht ganz normal.« (Anmerkung: Er war zu der Zeit ein Zombie und hat mit dem Bau seiner Pyramide Lisas Sandburg zerstört.)
»Der ist nie normal«, flüstert sie. »Jetzt schmeiße ich seinen Todesstern aus dem Fenster.« Sie lächelt, lässt Michael los und rennt am Zaun entlang in Richtung Straße.
»Oh nein«, ruft Tim. »Genau das hatte ich geträumt. Wie ist das möglich?« Dann läuft er seiner Schwester hinterher.

Und wenigsten einmal wollte ich diese Anspielung bringen:

Michael grübelt. “Okay, aber wollen wir da wirklich reingehen?” Er zeigt auf den Wald, der so dicht und dunkel ist, dass man nur die erste Baumreihe erkennen kann. “Ich hab da ein ganz mieses Gefühl.”

Einmal spricht Tim yodisch und verbindet die magischen Elemente des Star Wars- und des Leuchtturm-Universums 🙂

“Einen Versuch ist es wert”, sagt Purzel.
Tim schüttelt energisch den Kopf. Seine Haare stehen immer noch zu Berge. “Tun oder nicht tun, keinen Versuch es gibt!”
“Häh?”, fragt Purzel.
“Tim hat als Kleinkind zu viel Star Wars gesehen”, erklärt Michael.
“Nicht genug Star Wars sehen du kannst”, sagt Tim. “Möge der magische Kristall mit uns sein.”

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Schreiben

Fragen an den Autor

1. Seit wann bist du Autor?

Im März 2013 habe ich mein erstes Kinderbuch “Die Reise nach Himmelblau” als eBook veröffentlicht, kurz darauf als Taschenbuch. Seitdem blogge ich über meine Erfahrungen als Self-Publisher und Autor.

2. Warum schreibst / bloggst du? Was motiviert dich zum Schreiben?

Ich habe mir schon als Kind Geschichten ausgedacht und aufgeschrieben, irgendwie liegt mir das im Blut. Zu meinen Kinderbüchern hat mich mein Sohn inspiriert und zu meinem aktuellen Projekt (ein Jugendbuch) inspiriert mich die aktuelle politische Lage und das Thema Werte bzw. deren Verfall.

3. Was liegt dir beim Schreiben / Bloggen am meisten am Herzen?

In meinen Geschichten gibt es immer eine Botschaft, eine “Moral von der Geschicht”. Wenn diese Botschaft zum Nachdenken anregt, habe ich mein wichtigstes Ziel erreicht. Allerdings sollen die Geschichten auch unterhalten. Ich lese selbst meist nur Bücher, die diese Gratwanderung zwischen Unterhaltung und philosophischen Ansprüchen meistern.

4. Welche Projekte hast du bereits verwirklichen können?

Ich habe 6 Kinderbücher mit stetig steigender Seitenzahl (von 62 bis 200), mehrere Erstlesebücher und eine englische- und zweisprachige Ausgabe veröffentlicht.

5. Wer hat dich dabei unterstützt?

Meine Frau und mein Sohn, ohne die meine Bücher undenkbar gewesen wären.

6. Welche Zielgruppe willst du erreichen?

Bei den Kinderbüchern Leseanfänger ab 6 Jahren, fortgeschrittene Leser ab 8 Jahren und mit meinem Jugendbuch (mein aktuelles Projekt) dann Jugendliche ab 11 Jahren.

7. Spielt der finanzielle Aspekt bei dir als Autor bzw. Blogger eine Rolle?

Leben kann ich von meinen Büchern nicht, auch wenn sie oft Bestseller bei Amazon in verschiedenen Kategorien sind. Es ist mir aber wichtig, dass sich die extern beauftragten Illustrationen in absehbarer Zeit amortisieren und ich spätestens dann einen kleinen Zusatzverdienst habe.

8. Wie viel Zeit verbringst du am Tag mit dem Schreiben / Bloggen und wieviel Zeit verbringst du am Tag mit deiner Familie?

Ich versuche, Familie, Hausarbeit und Schreiben in einer guten Balance zu halten. Glücklicherweise läuft der Großteil meines Buchverkaufs vollautomatisch über Amazon und ich bekomme von Druck, Rechnungsstellung, Verpackung und Versand der Bücher nichts mit. So kann ich mich in meiner “Freizeit” auf das Schreiben konzentrieren.

9. Wie reagiert dein Umfeld auf deine Tätigkeit (Familie, Partner, Freunde)?

Sehr unterschiedlich. Einige beneiden mich darum, dass ich mir einen Traum verwirkliche und andere sehen nur die finanziellen Aspekte.

10. Welche Ziele bzw. Projekte willst du dieses Jahr noch erreichen bzw. fertig stellen?

Dieses Jahr will ich mit dem Schreiben meines Jugendbuches fertigwerden.

11. Über was würdest du auf keinen Fall schreiben bzw. bloggen wollen?

Private Dinge poste ich nicht, dazu zählen auch Fotos meines Sohnes. Das Internet vergisst nichts.

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Kinderbuch Schreiben

Die Kinderbuch-Reihe geht zu Ende – ein Rückblick

Hinweis: Das Buch wurde 2020 archiviert und wird vom Verlag nicht mehr aufgelegt. Die ehemals sechsteilige Buchreihe gibt es jetzt als vollständig überarbeitete Neuausgabe unter dem Titel Leuchtturm der Abenteuer Trilogie!

Das große Finale

Mein neues Kinderbuch ist aus dem Druck und die Reihe damit nach 6 Bänden ihren krönenden Abschluss erhalten – ihr Happy End. Nun kann ich einen Blick zurückwerfen und die Reihe als Ganzes betrachten.

Zum Schreiben des letzten Abenteuers meiner Kinderbuch-Reihe bin ich oft mit meinem Laptop in die Bibliothek gegangen. Ich habe festgestellt, dass ich an einem Arbeitsplatz außerhalb der eigenen vier Wände effektiver und auch kreativer bin. Jetzt ist der sechste und letzte Band der Kinderbuch-Reihe “Leuchtturm der Abenteuer” fertig.

201412-Bibliothek

Die Mumie vom grünen Mond ist erwacht und die Zerstörung Himmelblaus steht kurz bevor! Die Handlung führt zum dramatischen Höhepunkt der Reihe. Wird die “Frau im Mond” aufwachen und die Familie von Jan und Lena wieder vereint? Werden die eingefrorenen Opfer des Drachen Blitzeis (darunter sind auch Salis und Purzels Eltern) gerettet? Gelingt es den Hütern des Kristalls, den Planeten vor der Zerstörung zu bewahren?

Unheimliche Monster und Schauplätze

Das neue Abenteuer beginnt am unheimlichsten Ort des Himmelblau-Universums: auf dem “Grünen Mond”. Der Riesenschmetterling Sausi hat Michael, Tim, Jan und den Robotergeneral Besky dort abgesetzt. Bis zur Mondpyramide ist es aber noch ein weiter Weg. Wenn sie zu lange auf dem Mond verweilen, werden sie zu “Mondzombies” und damit zu Dienern der bösen Mumie. Da verwandelt sich Tim plötzlich in ein Schneckengehäuse und düst mit Raketenantrieb davon! Wird Michael seinem Freund Tim auch dieses Mal wieder helfen können?

Die Helden müssen gegen fiese Raketenschnecken, Drachen, Zauberer, Mumien, Kampfroboter und Zombie-Ritter antreten. Sie besuchen fantastische Orte wie den “Grünen Mond”, eine Drachenhöhle, eine Pyramide, das Bärenland mit Vulkan und “Schwarzem See”, den Elfenwald, den Leuchtturm und die Kristallstadt mit ihrem Kolosseum.

Trotzdem lustig

Die Monster mögen noch so grauenvoll sein, mit coolen Helden wird es trotzdem lustig:

“Was ist mit mir?”, schreit Tim und seine Augen blicken zu Michael.
“Du wurdest von einer Raketenschnecke in ein Schneckenhaus verwandelt”, antwortet Michael.
“Echt jetzt?”
“Ja.”
“Ganz echt jetzt?”
“Ja.”
“Also ganz, ganz echt jetzt?”
“Ja, wirklich.”
“Und ich bleibe für immer so?”
“Äh …”
“Dann sagst du das aber meinen Eltern!”

Die Entstehung der Buchreihe

Als ich mir die Geschichten für meinen Sohn ausdachte – am Bett oder auf dem Balkon im Urlaub – wollte ich zunächst nur eines: Eine Abenteuergeschichte erzählen, die ich selbst spannend finde. Ich konnte mich auch noch gut daran erinnern, was ich als Kind toll fand. Geschichten über einen ganz normalen Helden, der plötzlich in ein Abenteuer gerufen wird, seine Ängste überwindet und über sich hinauswächst.

Die coolsten Abenteuer erlebt ein Held nicht zu Hause, sondern in einem fernen Land oder auf einem anderen Planeten. Doch wie kommt er da hin? Ich brauchte ein glaubwürdiges Transportmittel, so etwas wie ein Stargate. Die Bewohner von Himmelblau verwenden für ihre Reisen magische Taschenlampen. Schaut man in das Licht einer solchen Lampe, landet man beim Leuchtturm der Abenteuer, in dem ein magischer Kristall ins Weltall leuchtet.

Das Transportproblem war gelöst, aber welche Abenteuer sollten meine Helden von der Erde dort erleben? Seit Längerem hatte ich eine Idee für ein Fantasy-Abenteuer im Kopf, in dem sich eine junge Heldin aus dem 19. Jahrhundert auf einen fremden Planeten verirrt. Dort erlebt sie spannende Abenteuer, kämpft gegen Drachen und böse Zauber und verliebt sich in einen jungen Prinzen. Da werden ihre Kinder entführt! Sie ist verzweifelt, doch glücklicherweise bekommt sie Hilfe von einer höheren Macht, doch auch diese Macht ist begrenzt. Ihr bleibt keine Wahl. Wenn sie ihre Kinder retten will, muss sie sich selbst opfern und auf ewig an einem finsteren Ort zurückbleiben. Alleine mit einem Monster. Diese Hintergrundhandlung hatte ich im Kopf, als ich meine Helden auf die Reise schickte. Von Anfang an war mir klar, dass ich diesen roten Faden irgendwann einmal auflösen muss.

Die Zielgruppe

Als ich die Abenteuer aufschrieb, musste ich mich für eine Zielgruppe entscheiden und auch das Alter der Helden bestimmen. Es war ein schwerer Schritt, mich von den knuffigen Entwürfen mit 5-jährigen Helden zu verabschieden. Ich entschied mich für 8-9-jährige Helden und das war auch gut so, doch mein 4-jähriger Sohn fand das gar nicht lustig. Rückblickend jedoch – er wird bald 8 – findet er die Entscheidung gut. Die Reihe richtet sich mit den ersten Bänden an Leseanfänger ab 6 Jahren. Die Bücher können aber auch gut zum Vorlesen oder als Gutenachtgeschichten verwendet werden. Leseanfänger brauchen Geschichten, die begeistern und die Fantasie anregen. Die actionreiche und spannende Handlung sowie die leichte Identifizierung mit den Helden motivieren Kinder zum Lesen. Die Anforderungen steigen von Buch zu Buch und das ermöglicht es den Kindern, mit den Abenteuern zu wachsen.

Inhaltlich richten sich die Kinderbücher an ältere Leser ab 8 Jahren, denn in diesen Geschichten stehen nicht nur lustige und spannende Abenteuer im Mittelpunkt. Themen wie Krieg, Tod, Trauer, das Gewissen und Verantwortung für sein Handeln werden neben Werten wie Freundschaft und Hilfsbereitschaft behandelt. Einen besonderen Stellenwert nimmt in meinen Geschichten der Wert des Lebens und der Umwelt ein.

Die Handlung

Für die Handlung der Bücher wählte ich Abenteuer mit Dinosauriern, Piraten, Drachen, bösen Zauberern und anderen Monstern. Sie spielt auf dem märchenhaften Planeten Himmelblau, auf dem Elfen, Zwerge, Riesen, Bären, Zauberer und Drachen leben. Mit Piratenschiffen, Raketen und Riesen-Schmetterlingen reisen meine Abenteurer an magische Orte, z.B. in verzauberte Wälder, uralte Burgen, Drachenhöhlen, Pyramiden und zum Nordpol.

Schon zu Beginn der Kinderbuch-Reihe wird klar, dass auf Himmelblau nicht alles “super” ist. Es gibt Zwerge und Piraten, die Kinder entführen und eine böse Mumie auf dem grünen Mond, die irgendwann aufwachen wird.

Später wird deutlich, dass die Bruderschaft vom grünen Mond auch auf der Erde aktiv ist und mit aller Entschlossenheit ihren “Meister” (die Mumie) aufwecken will.

Der Leser erfährt viel über frühere Konflikte mit der Bruderschaft und Kriege mit ihren Zombie-Armeen. Glücklicherweise konnten diese Angriffe von einer Gruppe Helden, den “Hütern des Kristalls”, jedes Mal abgewehrt werden.

Inspiration

Als mein Sohn in den letzten Jahren immer wieder neue Abenteuergeschichten von mir hören wollte, weckte das meine Inspiration. Geschichten über ängstliche Häschen und andere freundliche Waldbewohner wollte er jedoch nicht mehr hören. Am liebsten mag er Bücher mit einer stimmungsvollen Atmosphäre, glaubhaften Charakteren, einer dramatischen und dennoch humorvollen Handlung und sehr viel Action. So habe ich mir für ihn kindgerechte Abenteuer dieser Art ausgedacht.

Meine Erzählungen habe ich mit ihm in Bilderbüchern verarbeitet, für die er die Bilder gemalt hat. Schon beim ersten Teil war mir klar gewesen, dass ich nicht nur eine einzige Geschichte erfunden hatte. Ich hatte ein lebendiges Universum voller Magie vor mir, welches sich ständig weiterentwickelte.

In meinen Abenteuergeschichten geht es um das Zusammentreffen unserer bekannten Welt mit der magischen Welt des Planeten Himmelblau. Die magische Welt bleibt aber nicht dort, sondern dringt in unsere ein und das führt zu spannenden oder lustigen Situationen. Kinder mögen diese Mischung aus unserer Welt und einer Fantasiewelt mit magischen Elementen.

Auch wenn ein Autor in Fantasiegeschichten viele Freiheiten hat, sind mir Logik und Machbarkeit sehr wichtig. Kinder sind kritische Leser und Zuhörer, die sofort erkennen, wenn etwas nicht zusammenpasst. So gibt es im Universum des Leuchtturms der Abenteuer klare Regeln, nach denen die magische Welt funktioniert. Nur so wird bei den Lesern das logische und analytische Denken gefördert.

Das Verhalten meiner Protagonisten und Antagonisten – egal ob magisch oder nicht – ist unabhängig von der magischen Welt nachvollziehbar und begründet. “Böse” Leute sind nicht einfach nur böse, es gibt für ihr Verhalten auch einen Grund. Das gilt auch für die “lieben” Leute. Mein Universum unterscheidet sich in dieser Hinsicht also kaum von unserer Welt. Meine Protagonisten erleben viele Krisensituationen und müssen Entscheidungen treffen. Das regt die Kinder zum Nachdenken an, wie sie sich selbst in dieser Situation verhalten würden und das fördert die soziale Kompetenz.

Unabhängig davon hatte ich zu der Zeit eine Idee für einen Fantasy-Roman. Heldin ist Luise, eine junge Frau aus der deutschen Kaiserzeit. Bei einer Wanderung mit ihrer Schwester Elisabeth verirren sie sich in einer Höhle und tauchen auf magische Weise auf einem fremden Planeten wieder auf. Luise verliebt sich in den Königssohn. Die beiden heiraten und bekommen zwei Kinder, aber leider bedroht ein böser Schatten das Königreich. Luise endet wie im Märchen, das die Bären-Erzieherin Mala in “Flucht durch Bärenstadt” den Kindern erzählt: auf einem grünen Mond in tiefem Schlaf.

Was ich als Kind toll fand

Ich erzähle gerne die Geschichten, die ich als Kind auch toll gefunden habe. Bei mir war das zum Beispiel das klassische Märchen vom “Krieg der Sterne”. Es kommt alles vor, was cool und angesagt ist. Mächtige Zauberer und eingesperrte Prinzessinnen, die gerettet werden wollen. Und ein Held, der aus seiner alltäglichen Welt in ein fantastisches Abenteuer aufbricht, begleitet von neuen Freunden und bekämpft von bösen Schurken. Natürlich gibt es auch magische Artefakte wie Lichtschwerter, unglaubliche Kriegsmaschinen, die ganze Planeten zerstören können und einen Zoo von wilden Bestien. Ich hatte also viel Erzählstoff, aber selbst einem Star Wars-freundlich gesinnten Papa wird das Thema irgendwann zu viel. Neuer Stoff musste her!

Die Geschichten, die ich meinem Sohn erzählte, vermischten sich auf einmal und die Figuren aus dem Kinderzimmer – Piraten, Roboter und Dinosaurier – spielten plötzlich auch mit. Und am Ende verlagerte sich der Handlungsort in das Universum, das ich mir für meinen Fantasyroman ausgedacht hatte. Da wurde mir klar, dass die Geschichte aus der Sicht der Kinder sehr spannend erzählt werden kann. Und da war sie geboren – die Idee von der magischen Taschenlampe, mit der Kinder zum “Leuchtturm der Abenteuer” auf den Planeten Himmelblau reisen können.

Genre-Einordnung

Neben der Zielgruppe musste ich mich auch für ein Genre entscheiden. “Kinderbuch” ist ja kein Genre, sondern nur eine grobe Kategorie, in die Verlage und Shops alle Bücher für die Zielgruppe Kind stecken. Dabei gibt es bei Kinderbüchern himmelweite Unterschiede. Die Festlegung auf ein einfaches Genre fiel mir schwer. Mich selbst reizen eher Bücher, die einen Mix bieten, z.B. ein Krimi, der in der Zukunft spielt oder Fantasy mit Hochtechnologie. Ich entschied mich für den Mix. Meine Kinderbücher sollten märchenhafte Fantasy-Abenteuer mit Elementen von Detektivgeschichten werden und im spannenden und manchmal auch etwas gruseligen Stil eines Thrillers erzählt werden. Zudem sollte es einen informativen Science-Fiction-Anteil geben. Möglichst in den Worten der Kinder wollte ich physikalisches Wissen vermitteln, z.B. über Planeten, Monde, Teilchenbeschleuniger oder über die Forschung allgemein.

Science-Fiction, Fantasy und Detektivgeschichten

Kann man sich vorstellen, wie sich Frodo mühsam zum Schicksalsberg schleppt, nur um dort von einer Roboter-Armee aufgehalten zu werden? Nein? Dann muss man sich nur “Star Wars” anschauen, wo Jedi-Zauberer gegen Droiden und Klon-Krieger antreten und wo Zauberstäbe einen Einschalter haben.

Mit 3 Jahren wurde der Bedarf meines Sohnes an spannenden Geschichten größer. Zwar machte ihm z.B. “Hänsel und Gretel” auch Angst, aber die Faszination für solche Themen war da. Als ich ihm mit vier Jahren immer mehr Abenteuer erzählen sollte, fand ich kaum Kinderbücher, die reizvoll genug waren.

Der Abenteuerroman

Mein Sohn und auch die Helden in meinen Geschichten sind sehr an Abenteuern interessiert – und da sehe ich auch mein Hauptgenre. Sieht man sich davon die Definition an, dann kann ich bei jeder Aussage zustimmend nicken:

“Das Grundprinzip eines Abenteuerromans ist, dass ein Held aus seiner alltäglichen Welt in eine fremde, gefährliche Welt aufbricht, in der er unter Lebensgefahr allerlei Probleme und Aufgaben zu meistern hat. Ziel seiner Reise ist meist die Rettung einer Person oder seiner eigenen Welt, aus der er aufgebrochen ist. In der Regel wird ein Abenteuerroman aus Sicht des Helden erzählt, der das Gute verkörpert und oft gegen finstere Mächte oder das Böse kämpft und letztlich gewinnt. Dabei wird er oft von einer oder mehreren Personen begleitet.”
Quelle: Wikipedia

Fantasy und Science-Fiction

Was ist, wenn die Welt, in die der Held aufbricht, nicht unsere Erde ist? Ist das immer noch ein Abenteuerroman oder schon ein Mix?Überschneidungen zwischen den Genres gibt es oft. Viele neuere Jugendbücher mischen sogar Magie aus der Fantasy-Welt mit Elementen aus der Science-Fiction. Bei “Artemis Fowl” z.B. gibt es Fabelwesen, die eine hoch entwickelte Technologie nutzen.

Detektivgeschichten mit Thrill

Ich schreibe also Abenteuergeschichten mit Fantasy- und Science-Fiction-Elementen. Aber in der “Erwachsenenwelt”, passieren mysteriöse Dinge mit kriminalistischen Aspekten. Meine Helden kombinieren die Fakten und gelangen zu logisch hergeleiteten Erkenntnissen. So ist z.B. Michael im ersten Teil schnell klar geworden, dass sein Mitschüler Jan für die Dinosaurier auf Himmelblau verantwortlich gewesen ist. Sind meine Bücher nun Detektivgeschichten? Jedoch sind meine Helden keine unantastbaren Ermittler, wie das bei Krimis normalerweise der Fall ist. Sie werden beschossen, bedroht und gejagt. Zudem nutze ich Spannungsbögen und Cliffhanger, sodass ich mich (zumindest ein wenig) auf dem Gebiet der Thriller bewege. Aber es gibt manchmal im Handlungsverlauf auch sehr lustige Situationen. Sind es am Ende Komödien?

Mein Fazit zur Genre-Einordnung: Ich schreibe Geschichten mit Fantasy-, Science-Fiction- und Detektiv-Elementen in Form von actionreichen, spannenden und lustigen Abenteuern für Leser ab 6 Jahren.

Finale

Jetzt ist die Geschichte zu Ende, doch der Weg dahin war weit und voller spannender und lustiger Abenteuer.

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ErstleserZweisprachigab 8 Jahreab 10 Jahre
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Mein 7-jähriger Kinderbuch-Lektor

Als Autor muss man sich in seine Charaktere hineinversetzen. Emotional mag das gelingen, aber würde ein bestimmter Charakter wirklich so reden, wie man sich das ausgedacht hat?

Mein 7-jähriger Kinderbuch-Lektor
Turbulenzen im Kinderbuch sind wohl nicht altersgerecht.

Da ist es hilfreich, wenn man einen Lektor hat, der sich mit den Charakteren und ihrer Sprache bestens auskennt. Bei einem Kinderbuch ist der perfekte Lektor natürlich ein Kind 🙂

Mein 7-jähriger Kinderbuch-Lektor
Tim ist zu dem Zeitpunkt ganz woanders!

Mein 7-jähriger Lektor weiß genau, wie ein Kind in seinem Alter denkt, handelt und spricht. Und jetzt, wo er schon so gut lesen kann, macht es ihm große Freude, bei seinem Vater den Rotstift anzusetzen.

Mein 7-jähriger Kinderbuch-Lektor
Es ist doch klar, dass ein abgestürztes Raumschiff ein Wrack ist.

Meine Kinderbücher wären ohne meinen Cheflektor nicht, wie sie sind 🙂

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Über moralische Kinderbücher

Für einen Schriftsteller ist es sinnvoll, schon vor dem ersten Satz festzulegen, was er schreiben will: Einen spannenden Thriller, eine romantische Liebesgeschichte oder einen rätselhaften Krimi? Bei einem Kinderbuch stellen sich noch weitere Fragen. Soll das Buch nur unterhalten oder soll das Kind aus der Geschichte etwas lernen und wenn ja, was? Sollen einfach nur Fakten spannend aufbereitet werden oder soll das Kind etwas “über das Leben” lernen? Sollen Probleme thematisiert werden und das Kind in irgendeiner Form aufgeklärt werden? Ich finde, moralische Bücher wirken oft überladen und zu bemüht.

Spannende Bücher für Jungen ab 6 Jahren

Als ich mit dem Schreiben meiner Kinderbuch-Reihe begann, bemerkte ich eine große Lücke an spannender und lustiger Unterhaltungsliteratur für Jungen ab 6 Jahren. Stundenlang irrte ich durch Kinderbuchabteilungen und konnte kaum interessante Bücher finden. Große wie kleine Männer wollen unterhalten und gleichzeitig informiert werden. Die Themen kann man anhand der Spielzeuge in einem Jungen-Kinderzimmer finden, z.B. Piraten, Raumschiffe, Roboter, Ritter, böse Zauberer, Dinosaurier und Raubtiere jeder Art. Wäre es nicht toll, wenn man mit schlauen Ideen, genialen Waffen und vielleicht auch Superkräften gegen diese Monster bestehen könnte? Dann könnte man ein “Held” sein und würde von allen anderen bewundert und respektiert.

Mein Ziel war es, genau solche Bücher für ein junges Publikum zu schreiben. Ich lasse meine Protagonisten gegen fantasievolle Monster antreten, z.B. Teddybär-Piraten, Piran-Hasen, Schmatzmonster und fliegende Gummibärchen. Zusätzlich vermittle ich wissenschaftliche Fakten, insbesondere aus der Astronomie. Ich behandle auch Themen wie den Umweltschutz, allerdings ohne erhobenen Zeigefinger. Die Bewohner meiner Fantasiewelt müssen mit ihren “Jugendsünden” eben zurechtkommen. Wenn sie damals schlauer gewesen wären und über ihr Handeln besser nachgedacht hätten, wäre ihnen ihr Schicksal vielleicht erspart geblieben. Das ist eine Erkenntnis, zu der meine jungen Leser selbst finden sollen.

Moralische Kinderbücher gegen die Abstumpfung

Doch schon beim Schreiben des ersten Buches geschah noch etwas anderes. Auch wenn ich als Autor Fantasiewelten erschaffe, so lebe ich doch in der realen Welt. Und was dort in den letzten Jahren geschehen ist, beeinflusst meine Arbeit als Schriftsteller. Überall brechen neue Kriege oder Infektionskrankheiten aus. Terroristen, Drogenkartelle und Großkonzerne beherrschen weite Teile des Planeten und beuten ihn und seine Lebewesen aus. Viele Menschen sind auf der Flucht und die Lösung der “reichen Länder” sind hohe Mauern und Bürokratie. Wie soll man einem Kind erklären, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken müssen, weil sie ein bestimmtes Formular nicht auf der anderen Seite des Meeres ausfüllen dürfen? Ein Menschenleben scheint in unserer Welt unterschiedlich bewertet zu werden. Ohne entsprechende Aufklärung befürchte ich, dass junge Menschen diese Zustände als normal empfinden könnten und abstumpfen.

Und die Moral von der Geschicht’

Zwischen den Zeilen meiner Abenteuergeschichten will ich moralische Werte vermitteln. Die Charaktere hinterfragen ihre Welt und wollen nicht mehr alles hinnehmen. In “Leuchtturm der Abenteuer” gewinnen Themen wie der Wert des Lebens und die Freiheit an Bedeutung für die Handlung.

Das Bärenmädchen Sali wächst in einem Land auf, das von einer bösen “Bruderschaft” beherrscht wird, die ähnlich mächtig wie ein mexikanisches Drogenkartell ist. Die Eltern erzählen ihren Kindern Märchen darüber, warum viele Erwachsene plötzlich auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Sie leben jetzt an einem besseren Ort, heißt es. Sie sind auf der paradiesischen “Insel der Alten”. Sali schaut auf dieser Insel nach und erkennt die Wahrheit. Die verschwundenen Bären leben nicht dort. In Wahrheit sind sie Sklaven der Bruderschaft.

Das Leben Einzelner hat für die Bruderschaft keinen Wert. Der böse Zauberer Zata vergiftet ein Riesenmädchen, um ihren Vater abzulenken. Er stiehlt einen magischen Stein, um damit den Planeten zu vernichten. Als Sali von diesem sterbenden Mädchen hört, möchte sie sofort loseilen und es retten. Doch die Kinder haben eigentlich keine Zeit, denn der Zauberer ist schon unterwegs, um den Planeten mit seiner neuen Waffe zu zerstören. Es entbrennt zwischen den Kindern und einem Robotergeneral eine heiße Diskussion darüber, was jetzt getan werden soll. Sollen sie das Mädchen einfach sterben lassen, für ein höheres Ziel?

Sali und der böse Zauberer Zata (Artikel über moralische Kinderbücher)

Ich hoffe, meine Bücher sind spannende und lustige Kinderbücher, die moralische Werte vermitteln, dabei aber nicht überladen und oberlehrerhaft wirken. Die Fragen, die ich in meinen Kinderbüchern stelle, liegen mir am Herzen und ich glaube, meine Helden haben die richtigen Antworten gefunden.

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Neues Autoren-Interview

Ein Interview mit mir wurde jetzt bei Leser-Welt.de veröffentlicht. Dass mein Interview jetzt neben den Interviews von so erfolgreichen Autoren wie Wolfgang Hohlbein zu finden ist, erfreut mich sehr.

Anbei ein Auszug:

Ich schätze an deinen Geschichten den Reichtum an “fantastischen” Ideen und die wissenschaftliche Genauigkeit. Wie erklärst du dir den Erfolg deiner Erzählungen?

Mein Slogan lautet: spannende, magische und lustige Kinderbücher. Diese drei Punkte sind für mich von großer Bedeutung, da ich selbst solche Geschichten auch gerne lese, höre oder sehe.

Wenn man eine Geschichte in einer gewöhnlichen Welt beginnt, kann sich der Leser sehr gut in den Helden hineinversetzen. Dann geschieht etwas Fantastisches. Die Kunst ist es, dieses Ereignis so glaubwürdig wie möglich zu beschreiben und zu erklären. Erst dann kann der Leser sich vorstellen, dass es wirklich so passieren könnte und das macht es so spannend.

In das magische Transportsystem meines Universums habe ich viel Zeit investiert. In der Wissenschaft gibt es Theorien, die einen Informationsfluss jenseits aller Geschwindigkeitsbeschränkungen ermöglichen. Das Problem ist, dass die miteinander “verschränkten” Objekte erst einmal auf gewöhnliche Weise durch die unendlichen Weiten des Alls transportiert werden müssen. Dieses Problem löse ich mit einem Raumschiff, dass durch einen ausgemusterten Kampfroboter gesteuert wird.

Man könnte fragen, warum ich es so kompliziert mache. Warum zaubern die Magier meines Universums nicht einfach ohne Regeln? Die Antwort ist einfach: Jedes Kind lernt schon im Kindergarten, dass die Welt nicht ohne Regeln funktioniert. Wieso sollte die magische Zauberwelt da eine Ausnahme machen? Das entspricht ja nicht dem alltäglich Erlebten und die Magie wird dadurch unglaubwürdig.

Ein spannendes Ereignis in einer magischen Welt mit Regeln reicht aber nicht aus, um eine gute Geschichte zu erzählen. Ich liebe es, eine perfekte Welt dieser Art aufzubauen und dann meine Charaktere auf sie loszulassen. So ist insbesondere Michaels bester Freund Tim die ideale Besetzung für lustige Erlebnisse. Er ist ein Draufgänger und von der Art Mensch, der erst auf den großen roten Knopf drückt und danach das Schild “bitte nicht drücken” liest. Michael ist dann meist derjenige, der Tim (und die übrige Welt) retten muss. Nur durch solche Charaktere beginnt das Universum zu leben und die Handlung setzt ein.

Aus meine Sicht legst du dich nicht auf ein Genre fest und mixt fleißig – warum?

Als ich mit dem Schreiben dieser Reihe begann, sagte ich mir nicht: “So, jetzt wird das Genre geschüttelt, nicht gerührt!” Meine Helden brechen in eine neue, unbekannte Welt auf, um dort zu lernen und mit neuen Erkenntnissen oder Fähigkeiten in ihre alte Welt zurückkehren. Das “Hauptgenre” ist daher der Abenteuerroman.

Die Geschichte, die ich erzähle, enthält jedoch Elemente, die man auch anderen Genres zuordnen kann. Magische Kristalle und böse Zauberer gehören in die Fantasy- oder Märchenwelt, während Raumschiffe und Kampfroboter eindeutig der Science-Fiction zugeordnet werden können. Hier hätte ich klarer trennen können, z.B. durch Konzentration auf die klassische Märchenwelt. Ich wollte aber zeitgemäße Abenteuer schreiben. Kinder, die es gewohnt sind, alle Antworten durch Streicheln eines kleinen glänzenden High-Tech-Kästchens beantwortet zu bekommen, wollen mehr, als einen magischen Zauberkristall. Das gilt auch für mich, heute wie damals als Kind. 1978 sah ich das erste Mal “Krieg der Sterne”, den wohl bekanntesten Genre-Mix der Kinogeschichte. Die wunderschöne Prinzessin aus der Märchenwelt und die coolen Raumschiffe, Aliens und Roboter aus der Science-Fiction-Welt begeisterten mich.

Könntest du dir vorstellen einen Roman für Erwachsene zu verfassen, oder sind Kinder das bessere Publikum?

Kinder sind im Gegensatz zu Erwachsenen sehr tolerant, z.B. bezüglich des Genres oder anderer Stilfragen. Ein Kind lacht über Klischees und zappelt vor Aufregung bei einem Cliffhanger. Erwachsene – insbesondere aus der Autorenzunft – schieben so ein Buch schnell in die Schublade der Trivialliteratur.

Ich arbeite gerade an einem Roman für Erwachsene. Das Buch soll eine Abenteuerkomödie mit einer Prise Science-Fiction, Mystery und Thriller werden.

Was würdest du mir raten, falls ich auf die Idee käme eine Geschichte als Self-Publisher herauszugeben?

Das kann man kaum in wenigen Worten zusammenfassen. Aber eine Weisheit wird von vielen Selbstverlegern gerne als selbstverständlich angesehen und daher manchmal etwas vernachlässigt: die Qualität des Produktes. Am Anfang war das Wort und bei seiner Qualität darf man nicht geizen. Testleser und Testzuhörer sind sehr wichtig, um sein Buch marktreif zu machen. Leider kann man heutzutage viel zu leicht einfach alles veröffentlichen und das Produkt dann als “Buch” bezeichnen. Es ist kein Wunder, dass viele Leute aus der Verlagswelt daher sehr wenig von den Erzeugnissen der Selbstverlegerwelt halten.

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Krieg und Tod im Kinderbuch

Die Nachrichten der letzten Zeit sind erschütternd. Überall in der Welt brechen neue Kriege aus, verzweifelte Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer und Schulkinder werden aus politischen oder religiösen Gründen entführt und ermordet. Ereignisse wie Krieg lassen sich vor Kindern nicht mehr verbergen, schon gar nicht, wenn in einer Halbzeitpause mal eben kurz darüber berichtet wird. Die schlimmen Themen sollten auch nicht verheimlicht werden, aber natürlich müssen sie kindgerecht vermittelt werden, ebenso wie die Möglichkeiten zur Vermeidung und für Frieden.

In meinen Kinderbüchern erleben die Helden Abenteuer in einer neuen und ihnen unbekannten Welt. Für Kinder trifft das auch auf unsere gewohnte Welt zu, die sie auch erst kennen lernen und erforschen wollen. So finden sich in der Fantasiewelt Himmelblau zahlreiche Parallelen zu unserer Welt. Es gibt gefährliche Stoffe, die krank machen (und an radioaktive Materialien erinnern) und eine böse “Bruderschaft”, die den Planeten zerstören will, um an einen wertvollen Kristall zu gelangen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist dieser Bruderschaft jedes Mittel recht und das erinnert nicht zufällig an das Verhalten von Großkonzernen, die ganze Länder wegen ihrer Rohstoffe in Wüsten verwandeln. Da meine Kinderbücher in einer Fantasiewelt spielen, können sich die Kinder aus sicherer Distanz mit diesen Dingen auseinandersetzen.

In früheren Bänden habe ich Themen aus der Wissenschaft und das Thema Umweltverschmutzung verarbeitet. Im fünften Band werden jetzt auch gewichtige Themen wie Krieg und Tod behandelt. Wie kommt es zu einem Krieg? Und wenn man in einem steckt – muss man seine Gegner dann töten, um zu gewinnen? Gibt es vielleicht Alternativen zu Krieg und Tod und wie sehen diese aus?

“Diese Leute sind gemeine Verbrecher! Wenn man sie früher aufgehalten hätte, dann könnten sie jetzt nicht Himmelblau zerstören.” (Sali in “Leuchtturm der Abenteuer”).

Die Handlung

Grundsätzlich will ich spannende und lustige Abenteuergeschichten erzählen, bei denen sich die Helden auf eine Reise begeben und an den Herausforderungen wachsen. Ich habe mich nicht mit der Zielsetzung hingesetzt, ein “Ich erkläre euch den Krieg”-Kinderbuch zu schreiben. Dieses Thema gehört zur Geschichte der Menschheit und sollte in Literatur für junge Menschen nicht fehlen.

Im Zentrum der Ereignisse steht das Bärenmädchen Sali, das über einen sehr ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit verfügt. Aufgrund eines tragischen Verlustes vor einigen Jahren hat Sali zudem das starke Bedürfnis, anderen zu helfen.

“Die Bruderschaft hat schon zu viel Leid über uns gebracht. … Und jetzt vergiften sie dieses Mädchen, nur um diesen Stein zu stehlen. Ich hasse diese Bruderschaft! Ich werde dieses Mädchen retten, auch wenn ich es alleine tun muss.” (Sali in “Leuchtturm der Abenteuer”).

Sali ist sehr willensstark und akzeptiert keine Problemlösung, die auf Kosten anderer geht. Leider stoßen solche Charaktere manchmal an ihre Grenzen und geraten in eine schwere Krise, so auch Sali. Sie hat ein Heilmittel gefunden, mit dem sie ein vergiftetes Riesenmädchen retten kann. Das Mittel lässt sich aber nur einmal anwenden und es könnte auch ihre Mutter heilen, die von einem Drachen eingefroren wurde. Sali muss sich entscheiden.

Sali hat das Herz am rechten Fleck und lässt sich von Vorschriften nicht davon abhalten, Leben zu retten. Sie ist ein gutes Vorbild für Kinder, denn solche Charaktere werden auch in unserer Welt dringend gebraucht.

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Als Star Wars noch Krieg der Sterne hieß

Meine Inspirationsquellen aus der Kindheit

Mein Sohn und ich besuchten neulich unseren Kiez-Buchladen und er durfte sich ein Buch wünschen. Schon bevor wir den Laden betraten, war klar, dass es etwas “mit Star Wars” sein soll. Als ich 6 Jahre alt war, habe ich nichts dergleichen gewollt. Selbstverständlich habe ich meine Kindheit mit der Lektüre hochwertiger Kinderliteratur verbracht. Auch in Film und Fernsehen konsumierte ich nur pädagogisch wertvolle Produktionen. Stimmt das? Wir werden sehen 🙂

Eines Tages im Jahre 1978 (ich war 7) gingen wir in ein Berliner Kino, ich glaube, es war das Cinema Paris. Wir nannten das damals “in die Stadt fahren”, da wir am Stadtrand wohnten. Im Kino lief ein Film namens “Krieg der Sterne”.

Schon die Anfangssequenz im Weltall mit einem Raumschiff unter Laserbeschuss und mit umwerfender Soundkulisse hat sich für immer in meinen Kopf eingebrannt. Das war genau das, was ich als 7-Jähriger sehen wollte, auch wenn ich das damals nicht wusste.

Da gab es die wunderschöne Prinzessin mit den Kopfhörern (das glaubte ich zumindest lange Zeit). In der LEGO-Welt nennt man sie “Senatorin Leia”. Sie ist nicht zu verwechseln mit der “festlichen Leia”, die im Thronsaal Orden verleiht und keine Kopfhörer trägt.

Es gab die lustigen Roboter und den bösen Superschurken mit Maske und “Kasten”. Ein weiser, alter Zauberer, ein Haudegen mit seinem Alien-Freund und ein Bauernjunge waren die perfekte Besetzung. Am Ende flog dann auch noch etwas richtig cool in die Luft. Mit 7 war ich im siebten Kino-Himmel und wenn heute mein Sohn mit großer Ernsthaftigkeit zum Lichtschwert greift, um die Galaxis zu erobern (oder zu befreien), dann denke ich lächelnd: Ich war genauso 🙂

Mit 11 Jahren wurde Han Solo zu “Indiana Jones” und suchte im Dschungel nach alten Schätzen und in Ägypten nach Artefakten biblischer Wunder. Nebenbei war er ein Frauenschwarm bei seinen Studentinnen – der perfekte Held in einem Abenteuerfilm. In einem George Lucas / Steven Spielberg-Film wurde man nicht enttäuscht.

Mit 12 Jahren konnte ich alle drei Teile von “Star Wars” hintereinander sehen. Da wollte ich gar nicht mehr nachhause, aber leider parkte der Millennium-Falke nicht vor dem Kino.

Ich konsumierte als Heranwachsender nicht nur Kinofilme, ich las ich auch sehr viel. Jetzt kommen wir endlich zu den pädagogisch hochwertigen Büchern, die ich anfangs erwähnt habe. Ich war ein absoluter Fan und Sammler von “Micky Maus” und den “Lustigen Taschenbüchern” 🙂

Dann begegnete mir “Donald Duck”. Insbesondere die “klassischen” Abenteuergeschichten von Carl Barks haben mich begeistert. Mit Donald, seinen frechen Neffen und seinem geizigen Onkel Dagobert erlebte ich zahllose Abenteuer. Und zwar mit Dinos, im Weltraum, in der Tiefsee, bei den Mayas, in Alaska und sogar im Reich der Fantasie (damals noch Phantasie). Immer gab es einen Schatz zu finden und finstere Gesellen stellten sich den fünf Helden in den Weg. Die Charaktere waren glaubwürdig (obwohl sie Enten waren) und die Handlung zwar fantastisch, aber logisch und überaus witzig. In den Geschichten aus den 50er und 60er Jahren blickte der Autor und Zeichner sehr ironisch auf seine Zeit. Unfassbar, dass “Tugendwächter” diese Comics (oder laut “Der Spiegel” auch “Opium in der Kinderstube”) in den 50ern auf westdeutschen Schulhöfen verbrannten (Quelle). In den 70ern waren diese Zeiten glücklicherweise vorbei und mir haben die Comics nicht geschadet. Noch heute lese ich sie zusammen mit meinem Sohn.

In den 70er und 80er Jahren gab es zwar auch “Merchandising-Artikel” und auch Sammelhefte und Spielzeuge kamen damals auf den Markt, aber es war alles noch überschaubar. Heute hingegen gibt es kaum mehr etwas ohne “Star Wars”. Aber auch mein 6-jähriger Sohn hat verstanden, dass die Bilder auf Jogurts und anderen Lebensmitteln nur Bilder sind. Da ist nicht wirklich “Star Wars” drin.

Zu den echten Büchern kam ich erst mit 11 Jahren, als ich auch die Freude am Schreiben entdeckt habe. Ich lieh sämtliche für mich interessante Literatur aus der Bücherei aus, die es gab. Das waren u.a. Krimis, Fantasy und Science-Fiction-Bücher. Fantastische, spannende und lustige Abenteuergeschichten wollte ich als kleiner Junge sehen, hören oder lesen. Ähnliche Geschichten habe ich als Kind geschrieben, zunächst als Comics und später in Schulaufsätzen. Das möchte ich mit meinen Geschichten vom Leuchtturm der Abenteuer auch künftig für ein junges und jung gebliebenes Publikum tun.